Aus dem Englischen von Matthias Fienbork. Im Getto von Lodz wurden auf engstem Raum 160.000 Menschen untergebracht, 870 von ihnen überlebten. Checinski, einer Familie von Rabbinern entstammend, läßt das Stetl, die verschwundene Welt des Ostjudentums, in seiner bildhaften Erzählweise noch einmal auferstehen. Die Schrecken der deutschen Besatzung Polens und schließlich die Erfahrungen im Lodzer Getto machen ihn zum Mitorganisator des jüdischen Widerstands. Eindrücklich schildert er das Chaos im Angesicht des Todes, den Verlust jeglichen menschlichen Miteinanders. Als es ihm gelingt, vom Todesmarsch nach Auschwitz zu fliehen, ist er der einzige Überlebende seiner Familie. Ausgezehrt, aber willensstark begibt er sich auf die Seite der Roten Armee, um an vorderster Front gegen die Deutschen zu kämpfen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 01.12.2001
Thomas Fitzel zeigt sich durchaus erschüttert von diesem Buch, das die Erlebnisse des polnischen Autors im Ghetto von Lodz und in Auschwitz schildert, doch sieht er sich besonders von den "Leerstellen" im Text berührt, wo die Sprache versagt. Er betont, dass der Autor im ersten Teil, der die Familiengeschichte in Polen erzählt, keinerlei "Schtetl-Romantik" aufkommen lässt und findet es besonders "interessant", was Checinski über den "sehr umstrittenen" Judenrat-Vorsitzenden von Lodz Chaim Rumkowski zu berichten hat. Allerdings bedauert es unser Rezensent, dass das Buch viele Fragen nicht beantwortet, und er hätte sich "mehr Auskunft" besonders über das "Zusammenleben mit den Deutschen" gewünscht.
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