Mit einem Vorwort von Mircea Eliade. Aus dem Französischen von Ferdinand Leopold. Was ist Magie, gibt es sie wirklich, und wenn ja, wie funktioniert sie? Diesen und anderen Fragen geht der Religionswissenschaftler Ioan P. Culianu in seinem Buch nach. Gerade jene Epoche, in der die neuzeitlichen Naturwissenschaften entstanden, hat der Magie besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Die dort entwickelten Theorien des Vorstellungsvermögens, der Phantasie, der inneren Bilder ? und ihrer Manipulierbarkeit ? wirken, so Culianu, bis in die Gegenwart, bis in unsere Informationsgesellschaft nach. Magie ist unvermindert, wenn auch verdeckt wirksam, in der Lenkung unserer unbewussten Wünsche und Sehnsüchte durch Ideologien, Medien und Werbung. Seine Thesen belegt Culianu anhand der Renaissance-Philosophen Giordano Bruno, Marsilio Ficino und Pico della Mirandola.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 27.11.2001
Seltsam: In seinem Geleitwort nimmt der Lehrmeister des Autors mögliche Einwände gegen das Buch bereits vorweg. Gut für Rezensentin Hannelore Schlaffer. Sie braucht also nur bei Mircea Eliade nachzuschlagen, um sagen zu können, der größte Teil der vorliegenden Arbeit sei mit dem verwendeten historischen Material längst geleistet worden. Genau wie sie auch herausgefunden hat, dass Culianu bei seinem Versuch, dem Übergang der antiken Liebeslehre ins magische Weltbild der Renaissance nachzugehen, zwar recht "eigenwillig" verfährt, die mittelalterliche Minnelehre "zum Beispiel" allerdings kaum je in sichtbaren Zusammenhang zu stellen vermag mit der Magie der Renaissance. Und noch etwas: Die Gelehrsamkeit bitteschön nächstes Mal "an die Zeit des Lesers" heranführen, wenn der die behauptetete Kontinuität der Magie auch schlucken soll.
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