Rasant hat sich nach 1989 das Internet von einer Militärtechnologie zu einem Massenmedium entwickelt, mittlerweile aber weicht die Euphorie einer reflektierteren Betrachtung. 13 Experten aus fünf Ländern, u. a. Richard Barbrook, Gundolf Freyermuth, Ronda Hauben, Pierre Lévy, Geert Lovink, Otto E. Rössler und Douglas Rushkoff, werfen Schlaglichter auf die Netzgeschichte und die Zukunft des virtuellen Raums.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.11.2001
"Verblasste Mythen" könnte das Motto dieser Veröffentlichung sein, die Wolfgang Krischke gelesen hat: Der schöne Schein des Internets ist einer mitunter ernüchternden Realität gewichen, meint der Rezensent. Dies belegen für ihn auch einige "denkwürdige Beiträge", die er in diesem Band gefunden hat. Feststellungen wie die folgenden würden dort getroffen: Anstelle der "globalen Online-Demokratie" werde durch das Internet die Nationalisierung und Ethnisierung der Politik gefördert; anstelle mit dem "www" Geld zu verdienen, müssten Internet-Firmen großzügige Angebote verschenken, um überhaupt an Kundschaft heranzukommen. Auch der Mythos der "Grenzenlosigkeit" des Mediums werde beleuchtet: Das Internet sei noch nie staatsfern gewesen, die amerikanische Regierung greife selbst heute noch koordinierend ein, schreibt Krischke. Auch wenn der Rezensent keine abschließende Bewertung äußert, weisen die vielen aufgezählten Fakten und interessanten Überlegungen darauf hin, dass Krischke das Buch durchaus anregend fand.
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