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zuletzt aktualisiert 20.03.2010, 13.13 Uhr

Bücher der Saison

Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Gerhard Amanshauser

Als Barbar im Prater

Autobiografie einer Jugend

Cover: Als Barbar im Prater

Residenz Verlag, Salzburg 2001
ISBN-10 3701712549
ISBN-13 9783701712540
Gebunden, 169 Seiten, 17,38 EUR

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Klappentext

"Als Barbar im Prater" ist nicht nur Autobiografie, sondern auch der spannende Roman einer Kindheit und Jugend (1928–1950), die Geschichte einer Über-Lebensstrategie, geschrieben von einem, der die Menschen liebt und deshalb rechtmäßig als ihr schärfster Kritiker fungiert. Ob es um die Eroberung der "großen Weinbeute" im Gemäuer der Salzburger Festung geht, um die geheime sexuelle Bedeutung des Worts "Hawaii" für ein Dienstmädchen oder um den irrtümlichen Verlust einer Hakenkreuzfahne, wegen dem er 1944 zum "Osteinsatz" verurteilt wird...

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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 13.12.2001

Ziemlich spannend findet Gerald Schmickl diese autobiografischen Aufzeichnungen des Dichters Gerhard Amanshauser, in denen er seine Jugend im Nationalsozialismus und seinen Weg zur Dichtung nachzeichnet. Dabei erzählt er nach Schmickels Empfinden sehr ehrlich von seinem Mitläufertum und liefert darüber hinaus einen spannenden Bericht seiner Kindheit und Jugend und der Genese seiner literarischen Ambitionen. Die Aufzeichnungen, die teilweise aus früheren Büchern von Amanshauser stammen, sind mit transkribierten Gesprächen und Fotos angereichert. Doch trotz dieser collageartigen Präsentation des Lebens des Dichters entsteht "eine stringente Erzählung - in Fluss gehalten durch Amanshausers schnörkellos-geschmeidige und zugleich höchst präzise Sprache", so das Lob des Rezensenten.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.11.2001

Besonders beeindruckend findet Günther Stocker an dieser Autobiografie, dass der Autor keine "selbstgerechte Anklageschrift gegen die Generation der Eltern" geschrieben hat. Denn sowohl Amanshausers Eltern als auch seine Verwandtschaft habe aus überzeugten Nationalsozialisten bestanden, die "Teile seines Bewusstseins für immer verwüstet" hätten. Schließlich sei der Autor selbst als Jugendlicher in der Hitlerjugend gewesen, schreibt der Rezensent. Die Erfahrungen aus dieser Zeit seien zum "Angelpunkt seines Lebens" geworden; frühzeitig habe Amanshauser sich zurückgezogen, um als Schriftsteller zu leben, notiert der Rezensent. Die Selbstbeschreibungen des Autors setzten sich aus Anekdoten, Tagebuch-Notizen und Briefausschnitten zusammen. Daraus hat Stocker "aufschlussreiche Einblicke" gewonnen.

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