Constanze Stelzenmüller empfiehlt die Lektüre der Tagebuchaufzeichnungen von Klaus Reinhardt, "passionierter Soldat, promovierter Historiker und mehrsprachiger Musikliebhaber", der als Kommandeur der Nato-Truppen von Oktober 1999 bis April 2000 im Kosovo war, besonders in diesen Tagen. Denn: "Wenn der Westen heute in den Krieg zieht, muss er hinterher auch fürs Aufräumen sorgen", schreibt die Rezensentin, die dabei an die mögliche Beteiligung Deutschlands an militärischen Einsätzen gegen den Terror denkt. Constanze Stelzenmüller kritisiert nicht den Autor, da Generäle ja nicht zum Schriftstellern, sondern zum Führen gemacht sind, sondern die Lektoren des Buches: Sie haben es nicht fertig gebracht, die 600 Seiten langen Aufzeichnungen zu kürzen und allzu häufige Wendungen aus dem Militärjargon zu entfernen. Trotzdem findet sie die Schilderungen Reinhards "eindringlich", "dramatisch", manchmal sogar "anrührend". Die Beschreibungen des Arbeitsalltags lesen sich wie "Achterbahnfahrten durch Absurdistan", schreibt sie. Die Bewunderung für Reinhard spürt man deutlich, wenn die Rezensentin hervorhebt, dass er bei alledem noch die Energie fand, eine Klavierkonzertserie zu organisieren und der Bevölkerung von Prishtina höchstpersönlich das Müllsammeln beizubringen. Also: Helm ab vor Klaus Reinhard.
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