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Klappentext
Zwölf Erzählungen und zwei Stücke aus dem Nachlass von Veza Canetti. In den dreißiger Jahren hatte Veza Canetti mit ihren Erzählungen eine in Lokalkolorit und Sprachstil ganz unverwechselbare Wiener Welt inszeniert: Eine alte Lady findet in mörderischen Krimis Zuflucht vor der Realität des Krieges, ein Einbrecher wünscht sich nichts sehnlicher, als ins Gefängnis zu kommen, ein Millionär muß unter der Fuchtel seiner Frau gestohlene Krawatten ins Kaufhaus zurückbringen. Das Nachwort von Angelika Schedel gibt Auskunft über das Leben Veza Canettis und die Geschichte ihrer Entdeckung.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 08.08.2002
Seit gut zehn Jahren erfährt das Werk von Veza Canetti, der Ehefrau von Elias Canetti, größere Aufmerksamkeit, freut sich Judith von Sternburg, denn die Rezensentin kann nicht ganz nachvollziehen, warum Elias Canetti den Nachlass seiner 1963 verstorbenen Frau so zögerlich zur Veröffentlichung freigab. Nun hat der Hanser-Verlag, informiert die Rezensentin, einen fünften und vorerst letzten Band mit zwölf Erzählungen und zwei Theaterstücken herausgegeben, die Sternburg recht unterschiedlich bewertet. Zwei Drittel dieser Werke seien hier zum ersten Mal veröffentlicht, fast alle findet Sternburg sehr gelungen, denn stets habe Canetti "äußerlich und innerlich beschädigte Menschen" im Blick. "Gründlich missraten" findet sie einzig die "bizarr und kopflastig konstruierte" Erzählung "Flucht vor der Erde", alles andere gehe weit über "gekonnt Anekdotisches" hinaus und erinnere in manchen Passagen an Canettis Erzählband "Die gelbe Straße". Der Band, so Sternburg, runde die Herausgabe der Werke Veza Canettis nicht einfach "formal" ab, sondern lade gleichzeitig zu einem "flotten Spaziergang mitten hindurch" ein.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.02.2002
Die Sammlung mit Texten und Stücken aus dem Nachlass scheint das vorerst letzte Wort von Veza Canetti zu sein, der Ehefrau von Elias Canetti, die, obwohl sie nach Zeugnissen ihres berühmten Mannes an seinen Werken gut zur Hälfte beteiligt war, weitaus weniger in ihrem eigenen literarischen Schaffen beachtet wurde, bedauert Hans-Peter Kunisch. Der hofft weiterhin, dass zwei verschollene längere Prosatexte noch ihrer Veröffentlichung entgegensehen, begnügt sich aber bis dahin mit dem vorliegenden Band mit einer ganzen Reihe von kurzen Texten. Die seien allerdings so unterschiedlich, meint der Rezensent, dass er sie nicht umfassend einheitlich beurteilen kann. Einige dieser Texte seien Anfang der dreißiger Jahre in der Wiener "Arbeiterzeitung" erschienen und entsprechend sozialistisch angehaucht, andere "klassisch vielschichtig modelliert" wie bei Arthur Schnitzler. Und es gibt auch, informiert Kunisch, "bitterböses Drastisches", etwa die autobiografisch geprägte Erzählung über ein englisches bigottes Pfarrerpaar, das Flüchtlingen Zuflucht gewährt, ihnen aber zugleich kräftig das Geld aus der Tasche zieht und sie auch noch schlecht behandelt.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.10.2001
Wieder mal ein Paar, wo sie ihre schriftstellerische Tätigkeit hintan gestellt und ihre Ideen lieber in sein Werk miteingebracht hat. Weil sie es so wollte, behauptet Franz Haas von Veza Canetti, der Frau von Elias Canetti. Ihre schriftstellerischen Arbeiten wurden erst peu à peu und lange nach ihrem Tod herausgegeben. Nun liegt der vorerst letzte Band einer kleinen fünfbändigen Reihe vor, und der enthält nichts Sensationelles, wie Haas berichtet. Keine der meistenteils unveröffentlichten Erzählungen und auch nicht die beiden im Band enthaltenen Theaterstücke reichten an die literarische Qualität der Werke ihres Mannes heran, schreibt Haas; vieles findet er wohl sympathisch, auch treffsicher, andere Arbeiten hingegen zu hölzern oder symbolbeladen. Wirklich erfreut haben ihn drei Erzählungen aus der Zeit des Bombenterrors über England, die Aufschluss über das Leben der Canettis damals geben. Ihr Pseudonym, erfahren wir von Haas, lautete übrigens: Veza Magd.
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