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Klappentext
Der Bevölkerungsrückgang in Europa hat weitreichende Auswirkungen auf die sozialen, wirtschaftlichen und politischen Strukturen der europäischen Nationalstaaten. Der Autor stellt nach einer demographischen Bestandsaufnahme die Szenarien und Simulationsrechnungen für das 21. Jahhrundert vor.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Die demographische Zeitenwende - Herwig Birg bei C.H. Beck!
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 07.01.2002
Die Deutschen setzen kaum noch Kinder in die Welt. Das ist ein Problem, auf das seit Jahren Demografen und Sozialwissenschaftler hinweisen, denn ohne Nachwuchs wird es schwierig, das Solidarprinzip aufrecht zu erhalten. Zu dieser Problematik bespricht Christiane Ruoss das Buch "Die demokratische Zeitenwende" von Herwig Birg, Professor für Demografie und Direktor des "Instituts für Bevölkerungsforschung und Sozialpolitik" in Bielefeld. .Der Verfasser sieht die Zukunft der Deutschen eher pessimistisch, schreibt Ruoss. Der Geburtenrückgang führe zu einer Gefährdung der sozialen Sicherungssysteme und der Konkurrenzfähigkeit der Wirtschaft, eine Weltgesellschaft sei noch lange nicht in Sicht. Auch eine aktive Zuwanderungspolitik verspreche keine Hilfe, denn die meisten Zugewanderten hätten nicht die notwendigen Qualifikationen. Birg setze allein auf mehr Kinder, so die Rezensentin. Ob sie seinen Analysen und Schlussfolgerungen zustimmt, lässt sie allerdings offen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.12.2001
Autor Herwig Birg hat sich dem Thema Bevölkerungsentwicklung verschrieben. Er kann es "nicht verwinden", 'dass heutzutage ein Drittel der jüngeren Frauenjahrgänge zeitlebens kinderlos bleibt', zitiert der Rezensent Klaus Natorp aus dem Buch (von kinderlosen Männern ist darin offenbar nicht die Rede). Daraus folgert Birg mit "harten Worten", wie Natorp findet, dass die Deutschen in einigen Jahrzehnten aussterben werden. Dagegen müsse etwas getan werden, finde der Autor. Mithilfe gesteuerter Einwanderung und "Schaffung eines Bevölkerungsbewusstseins" für dieses Thema wolle er die Entwicklung aufhalten. Auch vermisse Birg Anreize der Politik, die die "Neigung" verstärken sollen, "das Leben in jedem Fall weiterzugeben". Denn Kinderlosigkeit sei für Birg eine Art Verstoß gegen die guten Sitten. Gegen die Thesen Birgs hat der Rezensent keine Einwände, doch hält er es für "naiv" zu glauben, dass die "jüngeren Frauenjahrgänge" mit dem Vorwurf der Sittenlosigkeit dazu gebracht werden können, wieder mehr Kinder zu bekommen - zumal das Buch, wie Natorp meint, auch noch "zu fachlich" geschrieben ist.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.10.2001
Er hat's nicht leicht, der Demograph. Da mag er verlässliche und nicht widerlegliche Zahlen zur bevorstehenden Bevölkerungsapokalypse vorlegen, kaum einen interessiert's, kaum einer richtet sich danach. Michael Allmaier fragt sich, gemeinsam mit dem Autor der Untersuchung zum Bevölkerungsrückgang, woran das liegt. Zum einen, meint er, lässt man sich für die eigene Privatsphäre (und damit hat Reproduktion ja schon zu tun) ungern Vorschriften machen, zum anderen hat die Demographie vielleicht allzu vertrauten Umgang mit wenig schönen Begriffen wie "Nation" oder "Volk". Dass es von Seiten Birgs zu Auslassungen gegen das Linksliberale kommt, verwundert nicht und bestätigt vielleicht das eine oder andere Vorurteil. Auch der Rezensent findet manche Äußerung doch etwas zu "walserhaft", verteidigt den Autor und seine Wissenschaft dennoch standhaft. Das eigentliche Dilemma wird nämlich, findet er, sehr deutlich: gerade die Errungenschaften unserer Gesellschaft (von der Empfängnisverhütung bis zu "Individualisierung, Bildung und Wohlstand") haben "unsere Abschaffung" zur Folge.
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