Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Geboren wurde Georges-Arthur Goldschmidt in Hamburg. Seine Familie, wohlhabend, weltoffen und verwandt mit dem Dichter Heinrich Heine, ist jüdischer Herkunft, aber bereits im 19. Jahrhundert zum Protestantismus konvertiert. Der Junge wächst in den ersten Jahren wohlbehütet auf, doch bald gibt es deutliche Anzeichen für die Gewalt und den Terror des Nazi-Regimes. 1938 beschließen die Eltern ihre Söhne zunächst nach Florenz zu schicken. Als auch dort die Lage prekär wird, bringt man beide in einem Internat in den Hautes-Savoies unter, wo der jüngere Georges-Arthur, vor den Nazis zwar gerettet, jedoch körperlich gepeinigt und sexuell missbraucht wird, während sein älterer Bruder in die Résistance geht, die Mutter stirbt und der Vater nach Theresienstadt deportiert wird. Der einzige Halt des empfindsamen Jungen sind seine Leseabenteuer, in die er immer wieder untertaucht und in die er sich zurückzieht...
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 13.12.2001
So richtig überzeugen lässt sich Dorothea Dieckmann nicht von Georges-Arthur Goldschmidts Autobiografie, obwohl sie findet, dass diese durchaus eindrückliche Passagen enthält: besonders dort, wo der Übersetzer, Essayist und Erzähler von seiner Kindheit berichtet, während der er auf der Flucht vor den Nazis durch Italien und Frankreich geschickt wurde. Trotzdem mangelt es der Rezensentin an Stringenz in dieser Autobiografie, entstanden sei "ein loses, von Wiederholungen und Redundanzen gekennzeichnetes Patchwork aus historischen Fetzen". Deshalb wünscht sie sich, der Autor hätte "ein auf die Hälfte reduziertes Konzentrat" geschrieben. Außerdem moniert sie, dass das Buch durch die Übersetzung des Autors aus dem Französischen zurück ins Deutsche verloren habe: "Hier hätte der Ammann Verlag das Risiko der Selbstübersetzung mildern müssen."
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 27.11.2001
Ina Hartwig ist von dieser Autobiografie, die der Autor selbst aus dem Französischen übersetzt hat, vollkommen begeistert und tief beeindruckt. Es sei die Geschichte einer "Selbstfindung", gleichzeitig aber auch die Beschreibung einer sexuellen Obsession und nicht zuletzt eine "Hommage an Jean-Jacques Rousseau", so die Rezensentin hingerissen. Sie preist das Buch als ein "Stück Bekenntnis-Literatur allerersten Ranges" und kommt dann aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus. Besonders beeindruckt ist sie von der Klarheit, mit der Goldschmidt "die heiklen Zusammenhänge" seiner Beziehung zu Schmerz und Züchtigung darlegt. Sie ist begeistert von seiner "wohldosierte Offenheit" und lobt ihn für diese "erstaunliche, bewundernswerte und singuläre" Autobiografie, die ihrer Meinung nach den Autor in seiner Vollendung zeigt.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Jan Philipp Reemtsma: Vertrauen und Gewalt
Warum sich die Soziologie mit den Phänomenen der Gewalt so schwer tut, ist eine der zentralen Fragen, mit ...
Peter Nadas: Parallelgeschichten
Aus dem Ungarischen von Christina Viragh. 1989, im Jahr des Mauerfalls, findet der Student Döhring beim Jogging ...
Archiv: Bücherschauen
Golden german tor lass uns ein als große fisch
10.02.2012: Die SZ ermittelt mit Martin Amis' Roman "Die schwangere Witwe" jenen Nullpunkt, an dem sich Sex und Liebe trennten. Die FAZ geht mit Didier Decoin der Frage nach, warum 38 Menschen der um ihr Leben kämpfenden Kitty Genovese nicht halfen. Die FR feiert den "famose Falschmünzer" Juri Andruchowytsch und seinen Roman "Perversion". Begeistert ist sie auch von Michael Ondaatjes Roman "Katzentisch". Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








