Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
"Feigen, frische Feigen!" ruft vor den Toren des Vatikans eine dicke Römerin neben einem kahlgeschorenen Mann, der ein T-Shirt mit dem Aufdruck "Mafia. Made in Italy" trägt und auf einem Stab einen kleinen Plastiknegerkopf in die Höhe hält, den er den vorbeigehenden Pilgern zeigt. Josef Winkler beschreibt in seiner "römischen Novelle" die Stadt, wo sie am lebendigsten ist: wochentags das Markttreiben auf der Piazza Vittorio Emanuele; sonntags das Warten und Lungern vor dem Vatikan.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 15.11.2001
Friedhelm Rathjen ist begeistert vom neuen Roman des Österreichers Josef Winkler. Über den Inhalt verliert er nicht viele Worte, abgesehen davon, dass er der Ansicht ist, dass die Trias von "Blut, Sperma, Kruzifix" äußerst beeindruckend in den Inhalt eingebettet sei. Das eigentlich Herausragende seien allerdings Sprache und Form. Der Roman sei nicht linear erzählt, so dass der Fokus ständig wechsele und vieles nicht richtig zusammen zu passen scheine. Dennoch werde die Spannung kontinuierlich gesteigert, und alles füge sich zu einem Ganzen, bevor dann doch wieder alles zu einem "Nebeneinander" werde. Das Fazit des scheinbar überwältigten Rezensenten: "'Natura morta' ist ein stiller, souveräner Höhepunkt" in Winklers Schaffen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 13.10.2001
Katrin Hillgruber ist hingerissen von diesem Roman, in dem der Unfalltod des 16-jährigen Sohns einer Marktfrau auf einem belebten Marktplatz in Rom zur Grundlage eines literarischen Stillebens wird. Sie ist begeistert von den "blasphemischen, gerundiengesättigten Satzkadenzen", die Tod und Eros aufs Engste miteinander verbinden. Selten sei die Erotik der Verwesung derart "litaneihaft eindringlich, so farbenprächtig und variationsselig" dargestellt worden, schwärmt die Rezensentin, die eine gewisse Ähnlichkeit zu den Texten des Schweizers Christoph Geiser feststellt. Der Nährboden des "metaphorischen Überschwangs", den der Autor in seinem eindringlichen Text entwickelt, sieht sie dabei aus dem Katholizismus entwickelt. Besonders begeistert ist Hillgruber, dass dem Autor die Verbindung von einer literarischen und einer kunstgeschichtlichen Gattung gelingt, der Novelle und des Stillebens.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.09.2001
Der Autor - ein Fetischist der Verwesung? Nun ja. Zwar lässt Winkler das Geschehen seiner Novelle wieder einmal um Tod und Zerfall kreisen, wie die Rezensentin feststellt, jedoch nicht, ohne in diese Kreisbewegung "ein bemerkenswertes Quantum prallen Lebens" mit aufzunehmen. Funktioniert sie also noch, fragt Kristina Maidt-Zinke, die "Selbst-Reanimation durch Italianità? Offenbar ja. Gefallen findet Maidt-Zinke am Arrangement farbenreicher, symbolkräftiger Gegenstände (Rom sei's gedankt) und an der vom Autor überraschend entspannt und im bedenkenlosen Wechsel zwischen prätentiösen Schachtelsätzen und solchen im Stil feuilletonistischer Reisenotizen zelebrierten Wollust des Beobachtens. Dies, obgleich sie einräumen muss, dass die beobachtete Lebendigkeit als Literatur etwas "erschreckend Lebloses" hat. Leicht betreten blickt Maidt-Zinke schließlich drein, wenn Winkler seinerseits den Figuren fleißig ins "Hosenrohr" schaut - das habe was komisch Zwanghaftes, für dessen Nachvollzug man wohl die erzkatholische Biographie des Autors benötige, schreibt sie. Aber leblos klingt das eigentlich nicht.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 30.08.2001
Wie der Autor sich in mittlerweile elf Prosabänden "schreibend das nackte Dasein erkämpft (hat), um schließlich Einlass ins Exil der Literatur zu finden," das hat dem Rezensenten imponiert. Allerdings sieht Andreas Breitenstein auch die Gefahr dieser Prosa, "im Antikatholizismus katholisch zu bleiben. Denn die Blasphemie als Beichtzwang sei nur die inverse Form des Gebets." Bietet der vorliegende Band nun einen Ausweg aus dieser Aporie? Es scheint so, meint Breitenstein und analysiert den Text als "monumentales Stilleben" im Stil des expressiven Impressionismus', in dem "Farben prunken, Formen prahlen, Stimmen schallen, Gerüche dampfen". Eine reale Utopie, wie man sie so noch nicht gesehen hat, schreibt Breitenstein. Nur, um in einer erneuten Wende die Fragwürdigkeit eines solchen Exhibitionismus' zu erörtern: der nämlich mobilisiere auf Dauer doch wenig mehr als Voyeurismus, der intellektuelle Impuls bleibe unverbindlich und des Lesers Einbildungskraft gefangen im Saal der hypertrophen Bilder. Geben sie Deutungsfreiheit! lautet der Appell.
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Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
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09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
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06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
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02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen







