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zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 21.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Jochen Becker (Hrsg.)

Bignes? - Kritik der unternehmerischen Stadt

Size does matter. Image/Politik. Städtisches Handeln

Cover: Bignes? - Kritik der unternehmerischen Stadt

b-books Verlag, Berlin 2001
ISBN-10 3933557178
ISBN-13 9783933557179
Broschiert, 270 Seiten, 16,36 EUR

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Klappentext

Bigness, so die spöttische Bemerkung des niederländischen Architekten Rem Koolhaas, sei der Gipfel der Architektur. Und verweist auf seinen stadtteilgroßen Bahnknoten 'EuraLille', da nur mehr Größe, ein "Regime der Komplexität" sowie die "geballte Intelligenz der Architektur" mobilisieren. können. BIGNES? schreibt sich hier nicht mit Doppel-S und impliziert Kritik. Denn eine Frage bleibt es allemal: Wie kritisiere ich die Entwicklung großmaßstäblicher, unternehmerischer Stadtentwicklungsprojekte? Das Buch löst dies in unterschiedliche Perspektiven auf, in denen sich Stadt aus Konflikten und Widerstandsmomenten zusammensetzt. In knapp 30 Beiträgen untersuchen die AutorInnen bestehende städtische Diskurs oder aber setzen ihren aktivistischen und künstlerischen Hintergrund zur Herstellung von Gegenbildern ein.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.07.2002

Der von Jochen Becker herausgegebene Band "bigness - Kritik der unternehmerischen Stadt" bietet Texte zum Themenkomplex "Städtebau, Stadtplan und alternative Handlungsmöglichkeiten" von mehr als zwanzig Autoren aus den unterschiedlichen Bereichen, berichtet Rezensent Raul Zelik. Eine kritische Einstellung gegenüber der "Instrumentalisierung des Erlebnisses für die Ziele der Kulturindustrie", wie Klaus Ronnenberger im ersten Beitrag schreibt, bildet laut Ansicht des Rezensenten die programmatische Leitlinie des Bandes, wobei Zelik begrüßt, dass die Autoren des Bandes nicht mit antiamerikanischen Schlagworten um sich werfen. Neben dem Beitrag des Filmemachers Harun Farocki, der auf "tragisch-amüsante Weise" berichtet, welche "absurden Blüten" die wissenschaftliche Optimierung der Einkaufszentren treiben kann, lobt Zelik insbesondere Jochen Beckers Untersuchung der Verwandlung von Sportstadien in Großprojekte der Freizeitindustrie und Gunnar Ulbrichs Beitrag über den Zusammenhang von sportlichen Megaprojekten und städtebaulichem Umbau. Das positive Fazit des Rezensenten: ein Sammelband, der sich "abwechslungsreich im Grenzbereich zwischen Kunst, wissenschaftlicher Debatte, politischem Aktivismus und filmischer Reflektion" bewegt.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 23.08.2001

"Bigness", damit meint der niederländische Architekt Rem Kolhaas ein Großprojekt, in dem sich die "geballte Intelligenz" der Architektur verwirklicht, erklärt Harald Fricke. Die gut zwei Dutzend Autoren in dem von Jochen Becker herausgegebenen Band haben diesen Ansatz aufgegriffen, aber nicht, um ihm zu huldigen, sondern um ihn zu kritisieren, denn die meisten dieser Großprojekte hinterlassen alles andere als schöne Städte und Wohnformen, wie der Leser erfährt. Gemeint sind damit vor allem, berichtet der Rezensent, die Shopping Malls wie das Centro in Oberhausen oder das Pariser Stade de France, die eher zum Verfall denn zur Förderung einer positiven Stadtentwicklung beitragen. Fricke lobt die dichten Beschreibungen und detaillierten Ortskenntnisse der Autoren, mit denen sie "einen weiten Bogen in Sachen fehlgelaufener Stadtplanung" spannen. Die Autoren des Sammelbandes richten sich, so der Rezensent, gegen die neoliberale Politik und fordern zu einem neuen "städtischen Handeln" auf. Besonders beglückt ist Fricke darüber, dass diese Kritik nicht in einem Rundumschlag gegen die Globalisierung mündet, sondern mit scharfem visuellen Blick die Mängel der "durchkapitalisierten Stadt" ins Visier nimmt.

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