Der Kosovokrieg war ein erster Test der neu formulierten schweizerischen Außenpolitik - mit zwiespältigem Ergebnis. Zu diesem Schluss gelangen die Verfasser der acht in diesem Band enthaltenen Beiträge. Die Autoren stammen aus den unterschiedlichsten Disziplinen und gehen die Frage aus sicherheitspolitischer, juristischer, politologischer, ethischer oder soziologischer Perspektive an. Allen ist aber gemeinsam, dass sie nicht bei bloßer Beschreibung und analytischer Kritik verharren, sondern konstruktive Anregungen für Verbesserungen machen. Zwar liegen heute der Außenpolitische Bericht 93 und der Sicherheitspolitische Bericht 2000 auf dem Tisch, doch bei ihrer Umsetzung tun sich einige Departemente und Bundesämter schwerer als andere. Das Ergebnis ist uneinheitlich - und Verbesserungen sind möglich.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 07.08.2001
Zwei neue Publikationen zur Außenpolitik der Schweiz und ihrem Verhältnis zu internationalen politischen Institutionen bespricht ein mit C.W. zeichnende Rezensent: 1) Carlo Moos: "Ja zum Völkerbund - Nein zur Uno. Die Volksabstimmungen von 1920 und 1986 in der Schweiz" Wenn die Schweiz erneut über einen Beitritt zur Uno abstimmt, so ist es nach Ansicht des Rezensenten ganz richtig, sich zwei frühere, konträr ausgefallene Volksentscheide zu vergegenwärtigen. Das tue das Buch von Carlo Moos, und der Rezensent selbst tut es gleich ebenfalls. Er belehrt über die wichtigsten Parallelen und Unterschiede der beiden Abstimmungen und weist auf den jeweiligen zeithistorischen Kontext. Über die Qualität der Darstellung und Argumentation von Carlo Moos' Studie erfährt man jedoch nur wenig, nur so viel: die Materialien seien geduldig und nicht ohne Wiederholungen ausgebreitet. 2) Jürg Martin Gabriel (Hrsg.): "Schweizerische Aussenpolitik im Kosovo-Krieg" Auch der von Jürg Martin Gabriel herausgegebene Band zum Verhalten der Schweiz während der Nato-Intervention in Kosovo wird kurz von C.W. vorgestellt. Die Autoren beleuchten sicherheitspolitische Fragen des schweizerischen Neutralitätsstandpunktes sowie einer außenpolitischen Integration unter dem Druck humanitär gebotener Intervention, erklärt der Rezensent. Dass in einem Beitrag kaum nach den "Motiven der großen Akteure" und nach einem möglichen Beitritt der Schweiz zur Nato gefragt wird, erscheint ihm "fast etwas naiv", ist aber auch sein ganzes Werturteil.
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