Bücherschau der Woche
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Torsten Diedrich, Rüdiger Wenzke
Die getarnte Armee
Geschichte der Kasernierten Volkspolizei der DDR 1952 bis 1956
Klappentext
Die erste Gesamtdarstellung der Geschichte der "Kasernierten Volkspolizei" untersucht Organisation und Struktur des NVA-Vorläufers, und fragt nach Ausbildung und Bewaffnung sowie dem Beziehungsgeflecht von Militär und Gesellschaft in der frühen DDR.
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 02.04.2002
Nachdem die Volkspolizei zunächst aus der Arbeiterschaft rekrutiert wurde, begann 1948 der Aufbau sogenannter "Bereitschaften", für die auch ehemalige Wehrmachtsangehörige aus sowjetischen Gefangenlagern verpflichtet wurden, wie Rezensent Otto Diedrichs schreibt. Vorbei am Alliierten Kontrollrat wurden so von der Sowjetführung und der DDR militärische Strukturen, die "Kasernierte Volkspolizei" als Vorläufer der Nationalen Volksarmee zur Verteidigung des marxistisch-leninistischen Staates aufgebaut, wie die Autoren laut Diedrichs "überzeugend" und detailliert darlegen. Zudem überrasche das Buch mit Einzelheiten, zum Beispiel zum Misstrauen der DDR-Führung gegenüber der Loyalität dieser neuen Truppe, die dann am 17. Juni 1953 auch mit nur wenig oder gar keiner Munition eingesetzt wurden, um eine bewaffnete Verstärkung der Aufständischen unmöglich zu machen.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.09.2001
Profunde Arbeit, das, meint Rolf Helfert. Studien über die Kasernierte Volkspolizei (KVP) der DDR gibt es zwar schon einige, aber die Archivbestände des DDR-Militärs und der SED (nicht die sowjetischen, wie Helfert bedauert) hat vor diesen Autoren, Historiker für Militärgeschichte alle beide, offenbar noch niemand derart gründlich danach abgegrast. Dargelegt findet der Leser das Innenleben der KVP, die politische Indoktrination durch die SED, den soldatischen Alltag, das Beziehungsgeflecht zwischen Militär und Gesellschaft und - Helfert betont's - das zeitgeschichtliche Umfeld (Kalter Krieg etc.). Ergibt für den Rezensenten insgesamt ein "Standardwerk zur Militärgeschichte der DDR" und einen "bedeutsamen Beitrag zur DDR-Forschung".
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.08.2001
Dass die Kasernierte Volkspolizei (KVP) tatsächlich ein Vorläufer der Nationalen Volksarmee (NVA) war und die DDR damit wesentlich früher über militärisches Potential verfügte als die Bundesrepublik - diese Erkenntnis allein reißt einen noch nicht vom Hocker, meint Gunther Heydemann, da man dies ja auch so erwartet habe. In den Details dieser paramilitärischen Frühgeschichte der DDR steckt für ihn dennoch viel Interessantes und Wissenswertes. Denn die Aufbauphase der KVP vollzog sich ausgesprochen mühsam - ständig liefen ihr die Leute weg, u.a. weil man trotz besserer Besoldung die politische Dauerindoktrination und den rüden Kommisston nicht mochte. Noch beim Aufstand vom 17. Juni 1953 erweist sich die KVP als teilweise unzuverlässig, berichtet Heydemann, erst danach besserten sich Ausbildung und Moral der Einheiten. Herausgegeben wurde diese Studie im Übrigen vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt in Potsdam, das laut Heydemann einen modernen methodischen Ansatz verfolgt, der Militärgeschichte nicht vom gesellschaftlichen Kontext isoliert.
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Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen







