Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Wir sind Zeugen einer kopernikanischen Wende der Politik, in der die Parteiendemokratie zur Mediokratie wird und die Regeln der medialen Politikdarstellung zunehmend auch die Politik regieren. Thomas Meyer geht der Frage nach, ob die Mediokratie auf lange Sicht zur Herrschaft von Ereignismanagement und Darstellungseffekten führt oder sich doch ein anspruchsvolleres Verständnis von politischer Kommunikation entwickelt.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 07.11.2001
Als "kühn" bezeichnet Rezensent Rolf Lamprecht Thomas Meyers Aussage, "die Oberflächlichkeit der Medien (bedeute) den Niedergang von Demokratie, Transparenz und offener Gesellschaft". Der Dortmunder Professor für Politikwissenschaft lasse "kein gutes Haar an Deutschlands Medien", wobei sich seine Sicht aber auf die privaten Fernsehsender verengt habe. Seine "detailreiche und umfängliche" Medienkritik vernachlässige deshalb die bestehende Medienvielfalt. Der Bürger wähle seine Informationsquellen noch immer frei aus, daher könne von einer "Kolonisierung der Politik durch die Medien" keine Rede sein.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 01.10.2001
Der Rezensent Richard Meng findet den Titel des Buches 'Mediokratie' klug gewählt. Er versinnbildliche bereits die Tendenz dieses Buches, insofern es die "Hauptschurken" bei den Medien ausmache. Der Autor springe in seiner Absicht aber immer ein wenig zwischen "vernichtendem Befund und einem Rest an Zweckoptimismus", der an einen Qualitätsmaßstab jenseits von Auflagenzahlen und Einschaltquoten glaube. Die wesentliche Diagnose, die das Buch stelle, sei die, dass die 'politische Öffentlichkeit tatsächlich zum Spiegelkabinett werde, in dem sich beide Politik und Medien, immer nur selber wiedererkennen und dabei die wirkliche Welt aus den Augen verlieren', so zitiert Meng den Autor. Resümierend befindet Meng aber, dass der Autor den "altbekannten Selbsttrost kritischer Journalisten" wiederhole, man könne nicht am Publikumsinteresse vorbei produzieren.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 26.07.2001
In einer Doppelrezension bespricht Gunter Hofmann zwei Bücher über das Verhältnis von Politik und Medien in modernen Massendemokratien.
1) Andreas Dörner: "Politainment"
Den Impuls des Autors Andreas Dörner, dem gängigen kulturpessimistischen Lamento über die "Gildo-Hornisierung" der Politik etwas entgegen zu setzen, kann Hofmann gut verstehen. Ihm hat es Spaß gemacht, das Buch zu lesen. Dörners These, die Unterhaltungskultur trage nicht nur nicht zum Niedergang des Abendlandes bei, sondern sei selbst teils geradezu beispielhaft politisch korrekt, etwa in der Abgrenzung von rechter Gewalt, nimmt der Rezensent durchaus ernst. Doch insgesamt beschreibe Dörner nur einen Ausschnitt der Realität, was besonders deutlich werde, wenn er die Kulturkritik der Frankfurter Schule und die Bourdieusche Kultursoziologie einfach mit ein paar Sätzen vom Tisch fege. "Populärkultur, gut! Aber (...) versickert das Politische nicht zugleich auch?", fragt sich Hofmann besorgt.
2) Thomas Meyer: "Mediokratie"
Etwas skeptischer, findet der Rezensent, nimmt Thomas Meyer die modernen Medien und ihr Verhältnis zur Politik in den Blick. Auf differenzierte Art, so Hofmann, macht Meyer verständlich, dass Amerikanisierung nicht zum Schreckensbild taugt und die Moderne auf einem Weg ist, der wegführt von der tradierten Parteiendemokratie. Aber wohin nur? Zu einem neuen "schwer definierbaren Modus von Politik und Demokratie", meint Meyer. Das Buch wirke deshalb wie der Abschluss einer langen, langen Debatte, stellt Hofmann fest. Man könne ihm nur zustimmen. Doch am Schluss sieht er, und wir mit ihm, den Vorhang zu und trotzdem alle Fragen offen.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Jan Philipp Reemtsma: Vertrauen und Gewalt
Warum sich die Soziologie mit den Phänomenen der Gewalt so schwer tut, ist eine der zentralen Fragen, mit ...
Peter Nadas: Parallelgeschichten
Aus dem Ungarischen von Christina Viragh. 1989, im Jahr des Mauerfalls, findet der Student Döhring beim Jogging ...
Archiv: Bücherschauen
Golden german tor lass uns ein als große fisch
10.02.2012: Die SZ ermittelt mit Martin Amis' Roman "Die schwangere Witwe" jenen Nullpunkt, an dem sich Sex und Liebe trennten. Die FAZ geht mit Didier Decoin der Frage nach, warum 38 Menschen der um ihr Leben kämpfenden Kitty Genovese nicht halfen. Die FR feiert den "famose Falschmünzer" Juri Andruchowytsch und seinen Roman "Perversion". Begeistert ist sie auch von Michael Ondaatjes Roman "Katzentisch". Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








