Karl Marx hat an einem hölzernen Tisch den Fetischcharakter der Welt enthüllt. Sigmund Freud veranschaulichte an einer Holzspule seine Idee des Todestriebs. Walter Benjamin brachte mimetisch den Lebensbaum des Paradieses zum Sprechen. Alltägliche Gegenstände dienten den großen Denkern, ihre Gedankengebäude weiterzuentwickeln. Karl Popper betrachtete ein Glas Wasser, um zu zeigen, wie die Wissenschaft funktioniert. Ludwig Wittgenstein diente ein Käfer in einer Schachtel dazu, sich zu fragen: Wovon rede ich, wenn ich an die Seele im Menschen glaube? Die kleinen Dinge der großen Philosophen machen die Philosophie konkret. Manfred Geier nimmt den Leser mit in die Werkstätten der Philosophen und hat dafür einige wichtige Protagonisten der modernen Geistesgeschichte ausgewählt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.05.2001
Bernd Mattheus ist sehr angetan von dem Buch, in dem der Autor zu zeigen versucht, wie alltägliche Dinge zu großen Inspirationsquellen für Philosophen und Dichtern werden können. Der Rezensent unternimmt es, anhand der dem Buch entnommenen Beispiele von Goethe, Freud, Wittgenstein, Marx, Benjamin und Artaud zu demonstrieren, wie der Anblick einer Palme oder das Resümieren über einen Tisch zu zentralen Denkanstößen geführt hat. Es preist das Buch für seine Einführung in ein "wildes Denken" und sieht in ihm einen schlagenden Beweis für die Fruchtbarkeit einer Vorgehensweise, die sich gegen die "Fiktion wissenschaftlicher Objektivität" wendet.
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