Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Barcelona im Jahr 2024. Europa wird von einem Atomkrieg verwüstet, in Panik und Verzweiflung suchen die Menschen sich in Sicherheit zu bringen. Einer kleinen Gruppe von Leuten aus der katalanischen Oberschicht gelingt die Flucht aus der Stadt in die nahen Pyrenäen. Man empfängt sie auf einem in den Bergen versteckten, buchstäblich in die Felsen gebauten Schloß von märchenhaftem Luxus - ein idealer Ort, um die Erinnerung an Krieg und Zerstörung durch das Erzählen von Geschichten zu verdrängen.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.07.2000
Schon der Titel des Buches, schreibt Cecilia Dreymüller, deutet auf Fantasy-Literatur hin, und tatsächlich spielt das Geschehen im 23.Jahrhundert. "Ausgeklügelt" ist das Stichwort, meint Dreymüller, und sie meint es nicht nur positiv. Da treffen sich ein paar Leute nach dem Krieg, der Westeuropa verwüstet hat, auf einem "festungsartig ausgebauten Landsitz nördlich von Barcelona" und erzählen sich - wie im "Decamerone" des Bocaccio - sieben Tage lang Geschichten. Dabei geht es am Ende um den Besitz des "Juwel", einer geheimen Superwaffe, die an den genetischen Code seines Besitzers gebunden ist, und wie diese ist auch die futuristische Welt der Zukünftigen wieder recht "ausgeklügelt", wenn auch "wenig originell". Dreymüller hat die Lektüre, das wird schließlich deutlich, wenig genossen. Sie schimpft über "überflüssige" Beschreibungen von Interieurs, Gewändern und "edlen Leibern durchaus begehrenswerter Frauen", die im 23.Jahrhundert wieder nichts anderes mehr sein sollen als "betörend schöne Gesellschafterinnen der Mächtigen". Ziemlich bissig bemerkt sie am Schluß: "Miquel de Palol, Hätschelkind der katalanischen Literaturpreisjurys, stuft seinen Roman übrigens in die Sparte Philosophie ein."
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.02.2000
Zunächst erinnert Wolfgang Schneider an die frappierenden Ähnlichkeiten, die der amerikanischen Film "Und täglich grüßt das Murmeltier" (von 1992) mit einer der Erzählungen aus diesem Buch (das Original ist von 1989) aufweist. Allerdings hat de Palol - offensichtlich aus Kostengründen - bisher auf einen Plagiatsprozess verzichtet. Dennoch hindert dies den Rezensenten nicht daran, sich sehr kritisch zu de Palols Roman zu äussern. Zwar findet er einige der im Roman enthaltenen Geschichten "grandios", auf die umfangreiche Rahmenhandlung dagegen hätte Schneider offenbar gut verzichten können. Hunderte von Figuren und bisweilen bis zu sechs Erzählebenen machen das Buch in seinen Augen nicht eben übersichtlich. Daher sei der Roman vielleicht etwas für Liebhaber von "literarischen Puzzlespielen". Er selbst hätte jedoch ein deutlich abgespecktes Bändchen mit de Palols besten Erzählungen (und zwar ohne Geheimbund- und Weltverschwörungsanwandlungen) bevorzugt.
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