Claus D. Kernig

Lenins Reich in Trümmern

Schatten über Rußlands Zukunft
Cover: Lenins Reich in Trümmern
Deutsche Verlags-Anstalt (DVA), Stuttgart 2000
ISBN 9783421053220
Gebunden, 428 Seiten, 24,54 EUR

Klappentext

Seit der Auflösung der Sowjetunion hat sich die politische und wirtschaftliche Lage in Russland noch verschärft - trotz Milliardenhilfe aus dem Westen. Die Nomenklatura hat sich zu einer Kapitalismus-Mafia gemausert, Rußland ist auf den Stand eines Rohstoffe liefernden Entwicklungslandes abgesunken, die Regierung versucht, von der Not und Verzweiflung im Innern durch militärische Aktionen abzulenken. Warum kommt Rußland nicht voran?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.04.2001

Was wird aus Russland? Mit dieser Frage hat sich der Politikwissenschaftler Claus D. Kernig auseinandergesetzt und eine bestechende Analyse vorgelegt, lobt Werner Adam. Auch wenn der Tonfall des Autors dem Rezensenten in manchem Kapitel zu akademisch ist - er hat sich trotzdem historisch und politisch fesseln lassen. So etwa von der von Kernig kenntnisreich beleuchteten Geschichte der Dissidentenbewegung. Etwas ärgerlich findet Adam, dass Kernig die Figuren Gorbatschow und Jelzin sehr eindimensional in gut und böse charakterisiert. Bei aller Brillanz in der Analyse der russischen Geschichte und Politik verharre auch der Autor am Ende in einem Feindbild. Und wer das nicht teilt, meint Adam, muss mit Kernigs Abstrafung rechnen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 26.03.2001

Nach Ansicht Curt Gasteygers sind die gängigen Vorstellungen über Russland im allgemeinen recht klischeehaft. Umso mehr begrüßt er nun eine "differenzierende Analyse" Claus Kernigs, der hier die Gründe für das Scheitern der Sowjetunion wie auch des postsowjetischen Russlands "überzeugend" aufzeige. Dass Kernig bei Lenin ansetzt, scheint dem Rezensenten nur konsequent, weil seiner Meinung nach dadurch deutlich wird, dass die Planwirtschaft besonders angesichts des technologischen Fortschritts langfristig nicht praktikabel war. Darüber hinaus zeige der Autor deutlich die Schwierigkeiten der Sowjetunion sowie bei ihrem Zusammenbruch auf, dessen Ursachen nach Kernig zum großen Teil nach wie vor für nötige Reformen Hemmnisse darstellen, wie Gasteyger erläutert. Deutlich werde dabei, dass die aktuellen Probleme Russlands teilweise ähnlich sind wie die in der Vergangenheit und für Kernig vor allem in der maroden Exportwirtschaft, im "Steuer- und Rechtswesen" sowie in den Mafiaorganisationen liegen. Insgesamt eine "ebenso kenntnisreiche wie kritische Analyse", so der Rezensent.

Beliebte Bücher

Robert Seethaler. Die Straße - Roman . Claassen Verlag, Berlin, 2026.Robert Seethaler: Die Straße
Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in…
Heike Geißler. Michaela Kohlhaas - Roman . Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Heike Geißler: Michaela Kohlhaas
"Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem…
Petra Morsbach. Orion - Roman . Penguin Verlag, München, 2026.Petra Morsbach: Orion
Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen…
Karl Ove Knausgard. Arendal - Roman. Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Karl Ove Knausgard: Arendal
Aus dem Norwegischen von Paul Berf. Wo ist dein Platz im Leben? Wohin gehörst du? Wo liegen deine wahren Gefühle?Wir schreiben das Jahr 1976. Syvert Løyning ist nach einer…