Jaap de Vries

Der König und die Königin

(Ab 6 Jahren)
Cover: Der König und die Königin
Middelhauve Verlag, München 1999
ISBN 9783787695690
Gebunden, 64 Seiten, 11,66 EUR

Klappentext

Aus dem Niederländischen von Hedwig von Bülow.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 21.03.2001

In einer Mehrfachbesprechung rezensiert Gerda Wurzenberger drei Kinder- bzw. Jugendbücher, die sie in dem Bereich zwischen Märchen und Fantasy-Literatur angesiedelt sieht.
1.) Jules Feiffer: "Der Fluch des Lachens" (Gerstenberg)
In dieser Geschichte macht Wurzenberger zunächst einmal typische Elemente des Märchens aus: Ein Prinz, der durch einen Fluch belastet ist, muss in die Welt hinausziehen und diverse Abenteuer bestehen, bevor sich alles zum Guten wendet. Wenig begeistert zeigt sich die Rezensentin jedoch von dem "Überangebot an Bildern", weil dies ihrer Ansicht nach das Phantasieren der kindlichen Leserschaft eher hemmt als befördert. Auch die neudeutschen Begriffe wie "alles easy" oder "echt cool" scheinen Wurzenberger etwas deplatziert, zumal dies nicht zu den Märchenelementen passe. Ihrer Ansicht nach ist diese Mischung dafür verantwortlich, dass der "stringente Erzählbogen" in diesem Buch sie nicht immer überzeugen kann.
2.) Jaap de Fries: "Der König und die Königin" (Middelhauve)
Hier vermisst die Rezensentin vor allem eine "zwingende Idee", die der Geschichte zugrunde liegen könnte. Zwar findet sie dieses Buch "äußerst gemütlich und durchaus auch witzig". Doch gleichzeitig scheint es ihr bisweilen allzu einfach gestrickt: "Niemand ist wirklich böse", Probleme tauchen ohne zwingenden Grund auf und werden auch ohne größere Schwierigkeiten wieder beseitigt. Etwas ratlos fragt sich die Rezensentin am Ende, ob das Buch möglicherweise schlicht "die Vision einer modernen Monarchie als Light-Version eines Märchens" erzählt.
3.) James Thurber: "Die 13 Uhren" (Patmos)
Dass sich diese Geschichte vergleichsweise nah am klassischen Märchen bewegt, liegt nach Wurzenberger möglicherweise daran, dass der Text bereits in den fünfziger Jahren entstanden ist. Doch dies ist ihrer Ansicht nach keineswegs ein Makel - im Gegenteil: Wurzenberger lobt diese Neuausgabe begeistert als "Entdeckung, für alle die Märchen mögen" und über die "strenge historisch-kritische Norm hinwegsehen". Das Märchenhafte besteht nach Wurzenberger vor allem in der klaren Trennung von Gut und Böse, den Abenteuern, die der Prinz zu überstehen hat und auch in der Phantasie, die beim Lesen angeregt wird, wobei - wie die Rezensentin betont - diese Phantasie nicht durch eine "Überfülle" gebändigt werde. Gleichzeitig besitze die Geschichte jedoch auch die für Fantasy-Romane typische Spannung, durch "Unheimliches, ja geradezu Surrealistisches", das Thurber hier einfließen lasse.

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