Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Dieses Buch bietet eine allgemeinverständliche Gesamtdarstellung der chinesischen Philosophie von ihren Anfängen im 6. Jahrhundert vor Christus bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts und damit dem Ende einer von westlichen Einflüssen weitgehend freien philosophischen Tradition. Wolfgang Bauer fügt in diesem Buch die Lehren des Konfuzianismus, Daoismus und der buddhistischen Philosophenschulen zu einem eindrucksvollen Gesamtbild zusammen. Er entschlüsselt philosophische Begriffe von der Bildhaftigkeit alter Zeichen aus und geht dem engen Zusammenhang zwischen der chinesischen Philosophie und den politischen und sozialen Verhältnissen nach. Quellennachweise, Literaturverzeichnis, Zeittafel und ein chinesisch-deutsches Glossar machen den Band auch zu einem nützlichen sinologischen Handbuch. Herausgeber Hans van Ess hat das nahezu fertiggestellte Manuskript Wolfgang Bauers nach dessen Tod 1997 behutsam überarbeitet und aktualisiert.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.06.2001
Großartig findet Friedmann Harzer die "Geschichte der chinesischen Philosophie", die aus dem Nachlass des 1997 verstorbenen Münchener Sinologen Wolfgang Bauer stammt. Durchaus geeignet für das interessierte Laienpublikum, so Harzer, das sich über Yin und Yang, Konfuzius oder die Spielarten des chinesischen Buddhismus informieren möchte. Religion und Philosophie sind in China stets eng miteinander verknüpft gewesen, weiß Harzer. Besonders habe der Autor, die "Alterität" des chinesischen Denkens hervorheben wollen, das von der eigentümlichen Struktur der chinesischen Schrift und Grammatik geprägt sei, die beispielsweise nicht zwischen Präsens und Futur oder Plural und Singular unterscheidet. Abstraktion spiele keine so große Rolle wie im westlichen Denken, da die Schriftzeichen Bilder und Begriffe, nicht aber Laute bedeuteten. Wolfgang Bauer ist es gelungen, endet Harzer seinen Artikel, die Fremdheit des fernöstlichen Denkens zu bewahren und seine Konzepte dennoch in unsere Vorstellungen und Begriffe zu übertragen. Bedauerlich findet es der Rezensent nur, dass Bauer die moderne chinesische Philosophie ausgespart hat.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 22.03.2001
Ludger Lütkehaus ist von dieser posthum erschienen Geschichte der chinesischen Philosophie, die seiner Ansicht nach dazu beitragen kann, die Grenzen "eurozentrischen Denkens" aufzuzeigen, sehr angetan. Er preist das Buch überschwänglich als "vorzüglich geschrieben und findet es hervorhebenswert, dass es auch für Fachfremde gut zu verstehen ist. Zudem vermöge es dem europäischen Denken gänzlich Fremdes zu Vermitteln, "ohne penetrant assimilatorisch" zu verfahren. Einzig den Schluss des Buches findet der Rezensent enttäuschend: er hätte "noch gerne etwas erfahren" über die chinesische Philosophie des 20. Jahrhunderts.
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