Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 13.02 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Jorge Semprun

Die Ohnmacht

Roman

Cover: Die Ohnmacht

Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2001
ISBN-10 3518223399
ISBN-13 9783518223390
Gebunden, 200 Seiten, 13,75 EUR

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Klappentext

Aus dem Französischen übersetzt von Eva Moldenhauer. Am 6. August 1945, drei Monate nach seiner Befreiung aus einem deutschen Lager, ist Manuel unweit Paris aus einem Zug gefallen. Als er aus der Ohnmacht erwacht, beginnt er, sich die Welt und das eigene Leben langsam wieder zusammenzusetzen. Ein Geflecht von Erinnerungen und von Reflexionen über die Arbeit des Bewusstseins, über Wert und Unwert des Lebens entsteht. Schweifendes Erinnern und Sinnieren führen zu einer Verräumlichung der Zeit, zu einer Gleichzeitigkeit, in der das ganze Leben aufgehoben zu schweben scheint. Gegen Ende des spanischen Bürgerkriegs ist Manuel mit den Eltern nach Frankreich geflohen. Er hat sich dem Widerstand angeschlossen, ist verhaftet und gefoltert und in ein deutsches Lager deportiert worden. Und hat überlebt. Und begonnen, für den kommunistischen Untergrund in Spanien zu arbeiten. Jahre später beschwört er den besonderen Zustand nach seinem Zugunfall noch einmal herauf.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 31.07.2001

Ein Buch, das die Erinnerungen jagt wie scheues Wild. Dass diese Jagd ("ein faszinierendes Erweckungserlebnis" eines um sein Gedächtnis Gebrachten) tatsächlich das ganze Buch über anhält, ist dem Rezensenten eine Freude: "Der Leser springt mit und müht sich, hinter den gestrichelten und gepunkteten Linien das bunte Kleid des Lebens zu erkennen." Zutage treten dabei "grundstürzende Erschütterungen" aus dem Leben des Autors, Momente aus dessen "bewundernswerter Auseinandersetzung ... mit seiner politischen Biographie" (so Sempruns Arbeit für die spanische KP). Kaum zu glauben für Martin Ebel: Der jetzt so "einfühlsam und anschmiegsam" ins Deutsche übersetzte Roman erschien im Original bereits vor 34 Jahren.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.06.2001

Die deutsche Fassung dieses Romans hatte Wilfried F. Schoeller schon lange vermisst. Nun hat er diesen "Schlussstein im großen Bauwerk der erzählten Augenblicke Jorge Semprúns" lesen dürfen und ist überwältigt, ohnmächtig sozusagen: "So existiert dieser Roman wie ein Orchester aus Namen, Stimmen, Bildern ... einer Bewegung der Willkür folgend, die mehr ausdrückt als das Irreguläre des Gedächtnisses". Zwar weiß Schoeller um das Fehlen des erst später im Werk des Autors auftauchenden politischen Motivs, der "ständigen Reibungsfläche des Stalinismus", im "geradezu familiären Kleinformat dieses Romans". Die auch späterhin verwendete Technik jedoch, "im Perspektivenwechsel von dritter und erster Person ... in die Vergangenheit zurücktauchend und im Vorgriff", aus lauter Bruchstücken des Erinnerns ein "musikalisches Mosaik" zu fügen, findet er auch hier "auf artistische Weise vorgeführt."

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11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

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09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

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06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

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02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

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