Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Aus dem Französischen übersetzt von Eva Moldenhauer. Am 6. August 1945, drei Monate nach seiner Befreiung aus einem deutschen Lager, ist Manuel unweit Paris aus einem Zug gefallen. Als er aus der Ohnmacht erwacht, beginnt er, sich die Welt und das eigene Leben langsam wieder zusammenzusetzen. Ein Geflecht von Erinnerungen und von Reflexionen über die Arbeit des Bewusstseins, über Wert und Unwert des Lebens entsteht. Schweifendes Erinnern und Sinnieren führen zu einer Verräumlichung der Zeit, zu einer Gleichzeitigkeit, in der das ganze Leben aufgehoben zu schweben scheint. Gegen Ende des spanischen Bürgerkriegs ist Manuel mit den Eltern nach Frankreich geflohen. Er hat sich dem Widerstand angeschlossen, ist verhaftet und gefoltert und in ein deutsches Lager deportiert worden. Und hat überlebt. Und begonnen, für den kommunistischen Untergrund in Spanien zu arbeiten. Jahre später beschwört er den besonderen Zustand nach seinem Zugunfall noch einmal herauf.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 31.07.2001
Ein Buch, das die Erinnerungen jagt wie scheues Wild. Dass diese Jagd ("ein faszinierendes Erweckungserlebnis" eines um sein Gedächtnis Gebrachten) tatsächlich das ganze Buch über anhält, ist dem Rezensenten eine Freude: "Der Leser springt mit und müht sich, hinter den gestrichelten und gepunkteten Linien das bunte Kleid des Lebens zu erkennen." Zutage treten dabei "grundstürzende Erschütterungen" aus dem Leben des Autors, Momente aus dessen "bewundernswerter Auseinandersetzung ... mit seiner politischen Biographie" (so Sempruns Arbeit für die spanische KP). Kaum zu glauben für Martin Ebel: Der jetzt so "einfühlsam und anschmiegsam" ins Deutsche übersetzte Roman erschien im Original bereits vor 34 Jahren.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.06.2001
Die deutsche Fassung dieses Romans hatte Wilfried F. Schoeller schon lange vermisst. Nun hat er diesen "Schlussstein im großen Bauwerk der erzählten Augenblicke Jorge Semprúns" lesen dürfen und ist überwältigt, ohnmächtig sozusagen: "So existiert dieser Roman wie ein Orchester aus Namen, Stimmen, Bildern ... einer Bewegung der Willkür folgend, die mehr ausdrückt als das Irreguläre des Gedächtnisses". Zwar weiß Schoeller um das Fehlen des erst später im Werk des Autors auftauchenden politischen Motivs, der "ständigen Reibungsfläche des Stalinismus", im "geradezu familiären Kleinformat dieses Romans". Die auch späterhin verwendete Technik jedoch, "im Perspektivenwechsel von dritter und erster Person ... in die Vergangenheit zurücktauchend und im Vorgriff", aus lauter Bruchstücken des Erinnerns ein "musikalisches Mosaik" zu fügen, findet er auch hier "auf artistische Weise vorgeführt."
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Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








