Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Neben Romanen, Erzählungen, Theaterstücken und Hörspielen pflegte Siegfried Lenz immer die essayistische Form und reflektierte in einfühlsamen Annäherungen nicht zuletzt auch die Bedeutung und die Wirkungsmöglichkeit von Literatur. 50 Jahre nach dem Erscheinen von "Es waren Habichte in der Luft", Lenz? erstem Buch, legt er nun einen Band mit drei Essays vor, die die Rolle der Literatur und des Schriftstellers umkreisen. Sie mutmaßen über die "Zukunft der Literatur", erörtern das "Kunstwerk als Regierungsprogramm" und widmen sich der amerikanischen Literatur.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 05.07.2001
Dieter Borchmeyer hat eine kleine Hymne geschrieben. Siegfried Lenz ist für ihn der "Gütige, der Weise", auf dessen Essays er auf keinen Fall verzichten möchte. Vielmehr wünscht er sich, dass diese Texte "immer weitere Kreise ziehen", wie ein Stein, den man ins Wasser geworfen hat. Der Leser erfährt, dass Lenz hier in Kurzform die Mediengeschichte der Literatur zeichnet - von der mündlichen Übertragung bis zum Computer. Deutlich wird dabei - so Borchmeyer - , dass das "jeweils neue Medium den Wirkungsbereich der Literatur zwar reduziert", aber dass die Literatur durch die Konkurrenz "stets innerlich gestärkt" wird. Gerade in der Zeit der verkürzten Nachrichten werde die Bedeutung der Literatur nur umso stärker deutlich.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 02.05.2001
Beatrix Langner findet die Zusammenstellung dieser Essays von Siegfried Lenz ziemlich misslungen, obwohl der Verleger es mit seiner Ausgabe zum 75. Geburtstag des Schriftsteller und Essayisten ihrer Einschätzung nach definitiv gut gemeint hat. Doch sie findet, dass die ausgewählten Essays nicht zusammenpassen und zudem Lenz nicht gerecht werden, weil sie den "unaufgeregten, feinfühligen Erzähler" als "kulturpessimistischen Moralprediger" und "Verteidiger einer spirituellen Macht der Literatur" darstellten. So stünden sie in krassem Widerspruch zu seinen letzten Veröffentlichungen, z.B. dem Essayband "Über den Schmerz". Wirklich neue Einsichten - wie der Titel verspricht - über die Zukunft der Literatur sind dem nicht gerade leicht zu lesenden Band zudem auch nicht zu entnehmen, bedauert Langner.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.03.2001
Passend zum 75. Geburtstag des Autors bespricht Jochen Schimmang die jüngste Veröffentlichung von Siegfried Lenz. Es handelt sich um Essays zur Zukunft der Literatur, an denen der Rezensent viel zu loben findet. Anders als vielleicht zu befürchten, spricht aus den Überlegungen des Schriftstellers kein "Kulturpessimismus". Lenz erweise sich als "ungemein kenntnisreicher" und stilistisch eleganter Essayist. Im ersten, allgemeineren Aufsatz kommt er zum Schluss, dass die Literatur bleiben wird, was sie immer war: eine Sache für Minoritäten, die gerade deshalb auch "Distinktionsgewinne" (Schimmang) verspricht. Wenig aufregend findet Schimmang das Mittelstück zur nordamerikanischen Literatur, angetan zeigt er sich dann aber vom dritten Essay (aus dem Jahr 1979), der vor dem Ruf des damaligen Zeitgeistes nach der "Phantasie an der Macht" nur warnen kann. Was wiederum Schimmang daran so außergewöhnlich findet, ist etwas schleierhaft: schließlich entstammt Lenz doch haargenau dem durch diese Warnung geradezu definierten Milieu, das damals in der Gestalt des Bundeskanzlers (bekanntlich auch ein Lenz-Fan) seine perfekte Symbolfigur gefunden hatte.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Homer: Die Odyssee
Die "Mutter aller Erzählungen" - in der Prosafassung von Christoph Martin, erzählt von Dieter ...
Heinrich Meier: Über das Glück des philosophischen Lebens
Die "Reveries" von Jean-Jacques Rousseau sind das schönste und das gewagteste Buch des Genfer Philosophen, ...
Archiv: Bücherschauen
Seefahrergeschichten
08.02.2012: Die SZ feiert Michael Ondaatjes Geschichte seiner Schiffspassage von Sri Lanka nach England "Katzentisch". Auch Petur Gunnarssons Kindheitserinnerungen "Punkt Punkt Kommas Strich" kann sie sehr empfehlen. Als großes Vermächtnis würdigt die NZZ die "Römische Sozialgeschichte" des ungarischen Althistorikers Geza Alföldy. Sehr beeindruckt ist sie auch von Norbert Hummelts neuem Gedichtband "Pans Stunde". Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen
Hanna Krall: Rosa Straußenfedern
30.01.2012: Briefe, Fragmente, Zettel und Erzählungen erzählen vom Leben der polnischen Autorin Hanna Krall, ihrer Freunde und Zeitgenossen. Der Zweite Weltkrieg, die Volksrepublik Polen, Solidarnosc, vergegenwärtigen sich in ihrer Biografie. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Rosa Straußenfedern". Mehr lesen








