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Klappentext
Neben Romanen, Erzählungen, Theaterstücken und Hörspielen pflegte Siegfried Lenz immer die essayistische Form und reflektierte in einfühlsamen Annäherungen nicht zuletzt auch die Bedeutung und die Wirkungsmöglichkeit von Literatur. 50 Jahre nach dem Erscheinen von "Es waren Habichte in der Luft", Lenz’ erstem Buch, legt er nun einen Band mit drei Essays vor, die die Rolle der Literatur und des Schriftstellers umkreisen. Sie mutmaßen über die "Zukunft der Literatur", erörtern das "Kunstwerk als Regierungsprogramm" und widmen sich der amerikanischen Literatur.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 05.07.2001
Dieter Borchmeyer hat eine kleine Hymne geschrieben. Siegfried Lenz ist für ihn der "Gütige, der Weise", auf dessen Essays er auf keinen Fall verzichten möchte. Vielmehr wünscht er sich, dass diese Texte "immer weitere Kreise ziehen", wie ein Stein, den man ins Wasser geworfen hat. Der Leser erfährt, dass Lenz hier in Kurzform die Mediengeschichte der Literatur zeichnet - von der mündlichen Übertragung bis zum Computer. Deutlich wird dabei - so Borchmeyer - , dass das "jeweils neue Medium den Wirkungsbereich der Literatur zwar reduziert", aber dass die Literatur durch die Konkurrenz "stets innerlich gestärkt" wird. Gerade in der Zeit der verkürzten Nachrichten werde die Bedeutung der Literatur nur umso stärker deutlich.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 02.05.2001
Beatrix Langner findet die Zusammenstellung dieser Essays von Siegfried Lenz ziemlich misslungen, obwohl der Verleger es mit seiner Ausgabe zum 75. Geburtstag des Schriftsteller und Essayisten ihrer Einschätzung nach definitiv gut gemeint hat. Doch sie findet, dass die ausgewählten Essays nicht zusammenpassen und zudem Lenz nicht gerecht werden, weil sie den "unaufgeregten, feinfühligen Erzähler" als "kulturpessimistischen Moralprediger" und "Verteidiger einer spirituellen Macht der Literatur" darstellten. So stünden sie in krassem Widerspruch zu seinen letzten Veröffentlichungen, z.B. dem Essayband "Über den Schmerz". Wirklich neue Einsichten - wie der Titel verspricht - über die Zukunft der Literatur sind dem nicht gerade leicht zu lesenden Band zudem auch nicht zu entnehmen, bedauert Langner.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.03.2001
Passend zum 75. Geburtstag des Autors bespricht Jochen Schimmang die jüngste Veröffentlichung von Siegfried Lenz. Es handelt sich um Essays zur Zukunft der Literatur, an denen der Rezensent viel zu loben findet. Anders als vielleicht zu befürchten, spricht aus den Überlegungen des Schriftstellers kein "Kulturpessimismus". Lenz erweise sich als "ungemein kenntnisreicher" und stilistisch eleganter Essayist. Im ersten, allgemeineren Aufsatz kommt er zum Schluss, dass die Literatur bleiben wird, was sie immer war: eine Sache für Minoritäten, die gerade deshalb auch "Distinktionsgewinne" (Schimmang) verspricht. Wenig aufregend findet Schimmang das Mittelstück zur nordamerikanischen Literatur, angetan zeigt er sich dann aber vom dritten Essay (aus dem Jahr 1979), der vor dem Ruf des damaligen Zeitgeistes nach der "Phantasie an der Macht" nur warnen kann. Was wiederum Schimmang daran so außergewöhnlich findet, ist etwas schleierhaft: schließlich entstammt Lenz doch haargenau dem durch diese Warnung geradezu definierten Milieu, das damals in der Gestalt des Bundeskanzlers (bekanntlich auch ein Lenz-Fan) seine perfekte Symbolfigur gefunden hatte.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.03.2001
Wohl weil das Erscheinungsdatum seiner Rezension auf Siegfried Lenz` 75. Geburtstag fiel, ist Walter Hinck bei der Bewertung dieses Essaybandes recht zurückhaltend. Zwischen den Zeilen jedoch verschweigt er nicht, dass hier wohl nichts Weltbewegendes zu lesen ist. Für den Leser Lenz`scher Romane sei der Essay über nordamerikanische Literatur noch am ergiebigsten. Die "Revue" amerikanischer Schriftsteller des 20. Jahrhunderts werde zu einer "kleinen Bildungsgeschichte" des Autors selbst.
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