Die Korrespondenz des französischen Malers Nicolas Poussin (1594-1665) ist von Bedeutung für die Interpretation seines künstlerischen Werkes. Die Briefe waren ein Selbstdarstellungsmittel, um Käufer zu binden, die Wirkung von Gemälden zu steuern oder ihnen politische Nebenbedeutungen einzuschreiben. Eine Auswahl von Briefen ist dem Band in deutscher Übersetzung beigefügt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.06.2001
Als "bedeutenden Briefautor der Barockzeit" preist Michael Thimann eingangs den berühmten Historienmaler Nicolas Poussin und bemängelt im Verlauf seiner Rezension dann doch die Unzugänglichkeit der Briefe, ihren eher öffentlichen als privaten Charakter, die viel von der Anstrengungen des Künstlers, seine Bilder - teuer - zu verkaufen, und wenig über seine Persönlichkeit verraten. Die Briefe können, so referiert Thimann die These des jungen Kunsthistorikers Matthias Bruhn, als Teil von Poussins Verkaufsstrategie gelten, so dass bei dieser vom Autor selbst getroffenen Auswahl der Briefe die Korrespondenz mit Mäzenen und Auftraggebern im Vordergrund steht. Sie spiegeln ein kompliziertes Geflecht an Beziehungen wider, das man mit Thimann als den europäischen Kunstmarkt des 17. Jahrhunderts bezeichnen kann. So sehr der Rezensent den Mut einer solchen akademischen Erstlingsschrift begrüßt, um so weniger zeigt er Verständnis für ein schlampiges Lektorat, das dem Leser Rechtschreibfehler sowie inhaltliche Längen zumutet.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 14.03.2001
Nach einer ausführlichen Bildbetrachtung des Rezensenten Oliver Vogel, in der wir in den Genuss seiner ikonographischen Kenntnisse gelangen, erfahren wir, warum er zu diesem Mittel greift, um sich der Aufgabe der Buchkritik zu entziehen. Die zu besprechende Monografie zu Poussins Bildern und Briefen scheint ihm schlichtweg zu "trocken", aber dennoch so "informativ", dass er uns in seinem nicht minder trockenen Stil mit einigen Erkenntnissen aus diesem Buch beglücken möchte. Was aber die wirkliche Leistung des Buches ist, verrät uns der Rezensent erst im letzten Satz: es ist die erstmalige Übersetzung der Briefe von Poussin. Wenigstens ein wenig Erfrischung am Ende eines langen trockenen Weges.
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