Bücherschau der Woche
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All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Mit einem Vorwort von Daniel Cohn-Bendit. Seit dem Ende der Ost-West-Konfrontation wird über grundlegende Begriffe des Politischen gestritten: Sozialismus und Kommunismus, Faschismus und Nationalsozialismus sowie die Vergleichbarkeit der beiden Lagersysteme. Dabei ist eine Herrschaftstheorie ins Zentrum der Debate gerückt, die lange vor Ende des Kalten Krieges als vermeintliche Ideologie aufgegeben worden war: die Totalitarismustheorie. Der Politikwissenschaftler Wolfgang Kraushaar konfrontiert insbesondere Vertreter seiner eigenen, der 68er-Generation, mit blinden Flecken ihrer Geschichte und setzt sich für eine Überprüfung totalitarismustheoretischer Ansätze ein.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 27.09.2001
Denkanstöße der energischen Art verdankt Rainer Hoffmann dieser Lektüre. Wenn Jahrhundertfragen auf dem Plan stehen, verteidigt er indes den in den Aufsätzen des Bandes feststellbaren Mangel an Zurückhaltung, ist es mit dem Austausch von Höflichkeiten ja auch nicht getan. So folgt der Rezensent bereitwillig den Ausführungen des Autors zur politischen Illusion der Linken, zu Kommunismus und Antikommunismus, Faschismus und Antifaschismus und zur historischen Gültigkeit und Aktualität der Totalitarismustheorie. Im "rücksichtslos kritisch-selbstkritischen Blick auf das ganze 20. Jahrhundert" vermag Hoffmann letztlich sogar einen Beitrag zu einem "philosophisch-soziologisch-politologischen 'Historikerstreit'" zu erkennen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 28.05.2001
Besonders angetan ist Rudolf Walther von der Aufsatzsammlung des Hamburger Politikwissenschaftlers Wolfgang Kraushaar nicht gerade. "Das beste, was man von den Aufsätzen sagen kann, ist, dass sie die hartnäckige Energie und Gründlichkeit des Autors belegen, ein Thema in allen Verästelungen zu verfolgen", mokiert sich der Rezensent. Das Grundthema bei Kraushaar ist der Totalitarismus und das Verhältnis der europäischen Linken zum Kommunismus, informiert Walther. Mit Kraushaars Ausführungen ist er in vielem nicht einverstanden. Nicht historisch-analytisch werde hier argumentiert, sondern "staatsanwaltschaftlich-anklägerisch", beschwert sich Walther und konstatiert, dass der Politikwissenschaftler Kraushaar in den zehn Jahren, die er sich mit dem Thema beschäftigt, keinen Schritt vorangekommen ist. Unklar ist ihm auch, warum Kraushaar nicht die Defizite der Linken einfach benennen kann, ohne sich in psychologischen Motivspekulationen zu verlieren.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 22.03.2001
Warnfried Dettling äußert sich zwiespältig über dieses Buch. Im Grund schätzt er Kraushaars selbstkritische Abschätzung der ideologischen Lage in den Siebzigern, seine Beschreibung der "totalitären Versuchung" radikaler Linker, die hauptsächlich auf einer simplifizierenden Argumentation beruhe: statt freiheitliche Demokratie vs. totalitäre Diktatur komme Kapitalismus vs. Sozialismus in die Debatte. Dettling findet die Aufsätze aufschlussreich, vermitteln sie doch einige Gründe "linker Sprachlosigkeit nach 1989". Allerdings wundert er sich, warum der Autor (und Cohn-Bendit, der die Einleitung geschrieben hat) im Jahre 2001 gegen "linke Geisterfahrer" argumentieren, denn man könne derzeit eher von einer Ideenlosigkeit und Statik der Debatte reden als von einem "Gedränge" auf der "linken Überholspur".
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.03.2001
Noch immer gebe es Linke, referiert Klaus Schröder des Autors Ausgangsthese, die sich weigerten, die Verbrechen kommunistischer Regierungen "angemessen zur Kenntnis zu nehmen" und demzufolge die Totalitarismustheorie weiterhin ächteten. Schröder hat sich von Kraushaars fundierter Analyse und glaubwürdiger Argumentation anstecken lassen. Er kann dem am Hamburger Institut für Sozialforschung beheimateten Historiker soweit folgen, wie dieser die ideologischen Vorbehalte in den Organisationen und Strömungen der traditionellen und der Neuen Linken nachzeichnet - bis hin zu Kraushaars Vermutung, die SED und das MfS hätten dabei ihre Finger im Spiel gehabt. Nicht ganz überzeugend findet der Rezensent hingegen den Teil, in dem Kraushaar selbst versucht, die relegitimierte Totalitarismustheorie als eine zeitgenössische Spielart von Herrschaftskritik, sprich: des Liberalismus zu erproben - für Schröder bleibt offen, wer dann den Gegenpol zur totalitären Gesellschaft bildet.
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