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Klappentext
Michael Donhauser poetische Prosa beschreibt sechs Gärten in Paris: "Wie die Platanen, sich heben dem Abend entgegen in einem Wind, den es kaum gibt, an einem Abend, den es kaum gegeben haben wird..."
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 06.03.2001
In einer Doppelrezension befasst sich Samuel Moser mit einem Gedicht- und einem Prosaband von Michael Donhauser.
1.) Michael Donhauser: "Sarganserland" (Urs Engeler Editor)
Wie auch bisweilen bei Musik, so sind auch in diesem Gedichtband nach Ansicht Mosers oftmals gerade die Stellen wichtig, in denen nichts gespielt bzw. gesagt wird. Den Rezensenten erinnern diese Strukturen auch an "ruckende alte Filme", in denen immer ein paar Bilder fehlen, die aber dennoch - oder gerade deswegen - besonders aussagekräftig sind. Die Wörter "geben sich Raum", meint Moser, in denen beinahe wie von selbst erzählt werde.
2.) Ders.: "Die Gärten. Paris" (Urs Engeler Editor)
Auch in diesem "schmalen und doch unendlich großen" Prosaband sind nach Moser die Räume von besonderer Bedeutung, wobei man sich die Gärten jedoch nicht als Garten Eden oder die Hängenden Gärten von Seramis vorzustellen habe, also "Orte in der Welt". Vielmehr sei es hier umgekehrt: "Die Welt ist in ihnen". Das heißt, wie Moser betont, jedoch auch, dass sich nichts ereignet, "außer das Ereignen selbst". Wie in seinen Gedichten, wo Donhauser die Wörter sich selbst erzählen lässt, so lasse er hier die Gärten "sich selber erzählen" - ohne Zeitrahmen und ohne Erwartung oder Ziel. Nicht die Zeit, die vergeht, ist hier nach Moser von Bedeutung, sondern die dauerhafte Zeit, das "Raumgeben", nicht das Raumfüllende.
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