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zuletzt aktualisiert 10.02.2012, 17.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Walle Sayer

Irrläufer

Gedichte

Cover: Irrläufer

Klöpfer und Meyer Verlag, Tübingen 2000
ISBN-10 3931402568
ISBN-13 9783931402563
Gebunden, 108 Seiten, 14,32 EUR

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Klappentext

"Irrläufer"? Gedichte? Ja. Und Anrufungen, Andachten, Bannsprüche, Ausblicke, Porträts, Sichtvermerke, Hymnen, Epitaphe, Eintragungen, Einflüsterungen, Erscheinungen, Flugschriften, Schmierblätter, zwischen deren Zeilen es schimmert, anklingt, schwebt. Gedichte also, Miniaturen, in denen ein rostiger Faßring genügt, um damit einen Mittelpunkt zu markieren: in denen die Stille einen Schatten wirft. Und in denen es einen schmalen Grat gibt zwischen Ver-rinnen und Ent-rinnen. Wie ein Mollakkord liegt das Schwäbische der Herkunft unterm Sayerschen Sprachton.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 01.03.2001

Verzaubert ist Benedict Erenz von der Magie der Erinnerung, die die Gedichte von Walle Sayer hervorbringen. Ausführlich zitiert er diese ihn an Kaschnitz und Rainer Brambach erinnernde "Miniaturen-Galerie" des "Schattenkundlers" und "Vergänglichkeitskenners" Sayer. Heimat entstehe in diesen Gedichten als Ort in der Vergangenheit und verlasse damit den beschränkten Kreis der Heimatdichtung in Richtung einer universelleren Vorstellung, so Erenz. Bewundernd entdeckt er bei Sayer die "Kunst, aus der Sprache Stille zu formen" und empfiehlt dem Leser abschließend nachdrücklich, sich die Zeit für diese Gedichte zu nehmen.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 28.02.2001

Hans Christian Kosler redet nicht lange um den heißen Brei herum: Für ihn gehört Walle Sayer ohne Zweifel zu den "hoffnungsvollsten Stimmen seiner Generation". Thema ist vor allem das Leben in einem Schwarzwalddorf mit all seiner Enge, eine "karge, reduzierte Welt", die sich in Sayers Schreibstil wiederspiegele. Herausgekommen ist dabei nach Kosler nichts für das "Poesiealbum", sondern eine knappe, schroffe Lyrik, die nichts mit der idealisierenden Volkskalenderlyrik seines ebenfalls in Horb geborenen Dichterkollegen Berthold Auerbach zu tun habe. Aber trotz - oder gerade wegen - dieser Sprödigkeit werde in diesen Gedichten ein reizvoller "verhaltener Sehnsuchtston" spürbar.

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