Bücher der Saison
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Klappentext
Aus dem Englischen von Susanne Hornfleck. "Jeden Sommer kehrte Lin Kon nach Gänsedorf zurück, um sich von seiner Frau Shuyu scheiden zu lassen." Lin Kon möchte sich gerne von seiner Frau trennen, die er nicht liebt und die ihn an eine unliebsame Vergangenheit auf dem chinesischen Land erinnert, um seine städtische Geliebte Manna Wu zu heiraten. Wären da nicht die chinesischen Gesetze! Denn die erlaubten Mitte der Sechziger Jahre eine Scheidung erst nach 18 Jahren oder, wenn die Ehefrau einwilligte. Das Warten auf eines dieser Ereignisse wird darauf zum zentralen Element im Leben der drei Beteiligten und lässt sie auf eine Art schuldig werden, aus der sie sich nicht mehr befreien können.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.04.2001
Mark Siemons ist tief beeindruckt vom neuen Roman des chinesischen US-Emigranten Ha Jin und kann auch gut erklären, warum. Das Verblüffende ist für ihn zunächst, dass die lange Geschichte spannend bleibt, obwohl sie superschnell erzählt und von Anfang an klar ist: Ein Mann versucht 18 Jahre lang, sich scheiden zu lassen, um eine andere zu heiraten. Als er endlich sein Ziel erreicht, findet er trotzdem keine Erfüllung. Siemons findet sodann toll, wie die Politik einfließt, ohne je Hauptgegenstand zu werden. Vielmehr drängt sich das "Über-Ich China …in die persönlichsten Beobacchtungen und Gespräche hinein". Das, so Siemons, ist einfach "große Kunst". Die Politik gehört zugleich zu der Trauer, die sich über die Geschichte legt. Und weil der Roman zwei Jahrzehnte umfasst, und das Leben im chinesischen Norden so genau beobachtet, handelt es sich "vemutlich" um den "chinesischsten Roman seit langem". Ha Jin, so Siemons, hat seiner Heimat ein "Monument gesetzt" und den "National Book Award" hat er dafür auch schon eingeheimst.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 24.02.2001
Der Titel des Romans ist Programm. Die Zeit vergeht langsam, "erbarmungslos präzise" langsam in der Dreiecksgeschichte des Chinesen Ha Jin über einen verheirateten Arzt, seine Frau und eine Krankenschwester, berichtet Marion Löhndorf. Der Plot klingt nach einer Herzschmerzgeschichte, in der keiner zu seinem Glück kommt. Doch weit gefehlt, findet die Rezensentin. Der seit 1985 in den USA lebende Schriftsteller lasse die Abgründe seiner Figuren diskret durch nüchterne Oberflächenbeschreibungen hindurchschimmern. Und das zurückhaltend und elegant, unromantisch und frei von jeglichem Kitsch, lobt Löhndorf. Ha Jin beschreibe einerseits eine Welt der Einschränkungen und Gesetze, die das Liebesglück verhindern. Andererseits benenne er aber auch die Freiräume, die seine Figuren nicht nutzen - und damit selbst an ihrer Tragödie stricken. Eine bittere, aber auch interessante Pointe, resümiert die Rezensentin.
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18.03.2010: Als tieftraurig und hochkomisch zugleich preist die SZ Jan Faktors Roman mit dem Monster-Titel "Georgs Sorgen um die Vergangenheit oder Im Reich des heiligen Hodensack-Bimbams von Prag". Die FR lobt den Roman ebenfalls, aber mit Vorbehalten gegen seine Lustigkeit. Hingerissen ist sie auch von Nicholson Bakers Lyriker-Roman "Der Anthologist". Die FAZ schwärmt von Hans-Ulrich Treichels Berliner Heimatlosigkeitsroman "Grunewaldsee". Für die heute erschienene Literaturbeilage der Zeit werden wir noch ein paar Tage brauchen.
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08.03.2010: Passend zum 8. März: Necla Kelek kämpft in ihrem neuen Buch für eine aufgeklärte Lesart des Koran, informiert über Entstehung und Hintergründe und stellt fest: Auf den Koran kann sich nicht berufen, wer für Kopftuch und fünf Pflichtgebete am Tag plädiert. Lesen Sie hier ein Kapitel aus "Himmelsreise". Mehr lesen


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