Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.01.2001
Nils Havemann sagt uns, wie dieses Buch zu lesen sei: "als eine phantasievoll geschriebene Biographie, in der sich die Autorin zwischen Wahrheit und Dichtung verirrt hat". Um zu diesem wichtigen Hinweis zu gelangen, müssen wir uns allerdings zunächst mit den Verhältnissen vertraut machen lassen. Havemann bringt zu diesem Zweck eine "knappe Darstellung" des Lebens der Herzogin d`Olbreuse, und wir erkennen in der Tat, Stoff für ein Sittengemälde des höfischen Lebens im 17. Jahrhundert bietet dieses Leben allemal. An dieser Stelle in der Besprechung vergibt der Rezensent sein spärliches Lob für das Buch: Der Autorin gelinge es, in zahlreichen Passagen eine Vorstellung von den Verhältnissen in den damaligen Adelshäusern zu vermitteln, schreibt er - und kommt alsdann zur Explikation des so bedeutsamen Hinweises. "Fehlende Distanz" wirft Havemann der Autorin vor, eine Parteilichkeit, die sich die Quellen zurechtbiegt, bis sie passen. Wie schlimm es außerdem um den Stil der Arbeit steht, läßt sich anhand des hier vom Rezensenten angeführten Vergleichs ganz gut ermessen - er denkt an Rosamunde Pilcher.
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