Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Kroatischen von Klaus Detlef Olof. In jeder der hier versammelten neun Erzählungen taucht der "Engel" als oszillierender Fleck in einer finsteren Welt auf. Er wirkt als Prinzip Hoffnung oder als das der Hoffnungslosigkeit dort, wo über die Menschen Katastrophen hereinbrechen, die selbst der Autor nicht abwenden kann. Der "Engel" erscheint zumeist unerwartet, verkleidet und an unpassendem Ort: im Großkaufhaus, auf dem Strich, in der Aids-Klinik, zwischen den Frontlinien, auf der Beerdigung. Suchende und Gehetzte, Hypochonder und Besessene, Prostituierte und Liebende bevölkern die erzählten Lebenswelten. Ihre Sehnsüchte und Ängste, Visionen und Resignationen sind der Motor für Handlungen, die den Leser am Ende vor der banalen Realität listig allein lassen und die Frage nach der Moral der Gesellschaft und deren zerfransten Rändern provozieren.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.05.2001
"Feri greift an den Nerv der Dinge (und der Zeit), weiß um die Kunst des Details und bleibt trotz seiner unsentimentalen Härte beschwingt", lautet das überaus große Lob Ilma Rakusas über den 1961 in Zagreb geborenen Autor. Seine Geschichten sind für die Rezensentin der wahre Blues. Geschickt wisse Feri mit Tempowechseln und Leitmotiven zu jonglieren. Und inhaltlich bleibe der Leser von keinerlei Drastik verschont. Krieg und Tod, krude Sexualität und schiere Verzweiflung sind seinen Figuren eigen. Krass-Prekäres bis hin zu Grotesk-Surrealem - Sein und Schein oszillierten für die Rezensentin während der Lektüre ebenso gespenstisch wie der ständige Perspektivenwechsel in der Erzählung. Ein wildes Lebenspuzzel, vielschichtig, anspielungsreich und detailgesättigt, resümiert Rakusa.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.03.2001
Die Erzählungen des kroatischen Schriftstellers seien lustig, behauptet Eske Bockelmann, ohne ihre Tragik zu verlieren. Von einer Lustigkeit, sinniert die Rezensentin weiter, die nicht von einer Moral im Zaum gehalten wird, die, wie Bockelmann meint, das Lachen nur gestattet, wenn es einem im Halse stecken bleibt. Mit anderen Worten: Zoran Feric ist ein sarkastischer Erzähler, der gerne "in Fleisch" arbeitet und von allerlei wundersamen Dingen zu berichten weiß, die sich vor, nach und im Krieg zugetragen haben sollen: womit vor allem der Krieg in Jugoslawien gemeint ist. Es seien Geschichten aus dem Alltag, schreibt Bockelmann, in denen der Autor stets das Wunder suche und trotz aller Abscheulichkeiten auf wundersame Weise eben auch fände, so dass der Leser nie so genau wisse, wo das Historische ende und das Märchenhafte beginne. Nur ab und an unterlaufe die Erwartung des Wunders die Erzählstrategie des Autors, sagt Bockelmann, die ihrer Bewunderung für den kroatischen Erzähler ansonsten ungebrochen Ausdruck verleiht.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 18.01.2001
Dorothea Dieckmann zeigt sich in ihrer kurzen Kritik sehr angetan von dem Sammelband mit neun Erzählungen des kroatischen Autors. In den Geschichten, in denen Feric Sagenhaftes mit "höchst gegenwärtigem" Geschehen mische, kämen durch seine "unbestechliche Betrachtung" die "grotesk-makaberen Seiten" der Wirklichkeit zum Vorschein, so die Rezensentin begeistert. Dabei, meint Dieckmann, zeigt sich häufig, dass "der Stoff der Kunst im Banalen" steckt. Viel sei vom "Vögeln, Kacken, Saufen und Sterben" die Rede und ziele letztlich doch immer auf die menschliche Seele, die es zu ergründen gilt.
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