Der alte CDU-Wahlkampfslogan »Freiheit oder Sozialismus« muss heute umformuliert werden zu der Alternative »Freiheit oder Kapitalismus«. Risikogesellschaft, Individualisierung, das normale Chaos der Liebe, Zweite Moderne ? diese Begriffe sind nicht allein dem Wissenschaftler vertraut, sondern haben Eingang in die Alltagssprache gefunden. Mit ihnen diagnostiziert Ulrich Beck den Zustand unserer sich immer rascher und immer tiefgreifender verändernden wirtschaftlichen, politischen und damit persönlichen Situation. In der Ausarbeitung und Anwendung dieser Konzepte sieht Ulrich Beck den Schlüssel, um die Türen zu den konkreten Herausforderungen und Denklandschaften der Zukunft aufzuschließen. Im Gespräch mit Johannes Willms hat er nun die ihn leitenden Grundideen, die Zusammenhänge zwischen ihnen und die Resultate für ein breites Publikum erläutert: Wer sind die Verlierer und wer die Gewinner der Globalisierung? Worin bestehen die Chancen und worin die Nachteile von Individualisierung? Warum ist der entfesselte Kapitalismus der ärgste Feind der zivilen Gesellschaft?
Robert Lederer schätzt den Münchner Soziologen Ulrich Beck von jeher für seine Fähigkeit, "Begriffe zu prägen" und preist das Buch als Möglichkeit, "ihm dabei gewissermaßen über die Schulter zu schauen". In dem Gespräch mit dem "kongenialen" Johannes Willms, das sich vor allem um das "Verhältnis von Demokratie und Kapitalismus" dreht und die Entwicklung von der Arbeits- zur Risikogesellschaft beleuchtet, zeige sich Beck in seiner Kapitalismuskritik fern aller Dogmatik, lobt der Rezensent. Auch wenn er seine Ansichten mitunter in "plakative Slogans" fasse und eine konkrete Lösung der dargestellten Konflikte nicht vorgeschlagen werde, kommt der Rezensent doch nicht umhin, eine "uneingeschränkte" Empfehlung für das Buch auszusprechen.
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