Eigentlich war es der Tod von Gerald Kaney - die Leiche war mit einem kugeldurchlöcherten Slip aus roter Draqual-Seide drapiert -, der in den darauf folgenden Mordermittlungen meinen Namen und mein Produkt in aller Munde brachte. Der millionenträchtige Werbeslogan Dessous zum Sterben! geht auf diesen Mordfall zurück. Für meinen Geschmack war mir eigentlich schon genug öffentliche Aufmerksamkeit zuteil geworden, als kurze Zeit davor Don deZinn sein überaus prominentes Leben in einer brandneuen schwarzen Stud-Draqual-Kreation beendet hatte. Er hatte den Slip exklusiv schon vor der Ankündigung in meinem Sommerkatalog erstanden...
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.01.2001
Ein Krimi, in dem das Wort Enthüllung erstens zweideutig ist und zweitens häufiger fällt. Das gefällt. In einer Kurzkritik unterzieht "kamü" Malteses Kriminalpersiflage einer spöttisch-sympathisierenden Betrachtung. Protagonist ist der reiche Erbe eines Reizwäsche-Imperiums, teilt "kamü" mit, der in einige dreckige Morde verwickelt wird, die man ihm anzuhängen versucht und die er selbstredend alleine aufklärt. Natürlich, schlussfolgert unser Rezensent messerscharf, geht es in dem brillanten Krimistück nicht um feine Lingerie, sondern um "die schmutzige Wäsche, die in der Pornobranche gewaschen wird". Dass es dem Helden im Kampf zwischen altem Gewerbe und Neuen Märkten außerdem gelingt, gewinnbringend und steuerfrei zu arbeiten, ist für "kamü" ein weiterer Pluspunkt, den zu enthüllen er nicht umhin kann.
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