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Klappentext
Die »Worte des Tukaram« sind das poetische Zeugnis der geistigen Begegnung zwischen dem im 17. Jahrhundert geborenen indischen Mystiker Tukaram und Dilip Chitre, einem der angesehensten Vertreter der indischen Gegenwartsliteratur. In Chitres Auswahl und Anordnung der Tukaram-Gedichte entsteht die Autobiographie eines Aussteigers, eines Heiligen wider Willen, vorgetragen mit viel Selbstironie. Man gewinnt Einblick in eine Religiösität die zwar fest im Diesseitigen begründet ist, es am Ende aber entschlossen hinter sich lässt.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.10.2000
Nicht ohne den Hinweis darauf, dass es sich hier, gemessen an den seit 1947 gerade mal 28 direkt aus dem Indischen ins Deutsche übersetzten Büchern, geradezu um eine Flut von Neuerscheinungen handelt, bespricht Martin Kämpchen drei neue Bände indischer Literatur in deutscher Sprache.
1) Dilip Chitre: "Worte des Tukaram" (A1 Verlag)
Bei diesem Band handelt sich um die Übersetzung des Mystikers Tukaram aus dem 17. Jahrhundert zunächst ins Englische, dann, im ständigen Abgleich mit dem Marathi-Original, ins Deutsche. Der Rezensent hält dieses Spiel über die Bande wegen der Marathi-Sprachkenntnis des deutschen Übersetzers für ganz und gar gelungen, für eine Wiedererschaffung des Originals. Die vishnuitische Mystik des Textes erscheine "gedanklich nachvollziehbar und überraschend zeitgemäß."
2) Konrad Meisig (Hg.): "Orientalische Erzähler der Gegenwart" (Harrassowitz Verlag)
Was das Konzept des Bandes angeht, äußert der Rezensent zunächst Bedenken: wo ist das Zielpublikum für eine Mischung von Übersetzungen aus dem Türkischen, Urdu, Hindi und Chinesischen, unter die dann noch wissenschaftliche Aufsätze gestreut sind. Gerechtfertigt, so Kämpchen, werde das fragwürdige Konzept durch die "hervorragend gelungenen" Übersetzungen, die auf "philologische Tüftelei" verzichten. Ein besonderes Verdienst sei es, dass die nobelpreiswürdige Hindi-Autorin Krishna Sobti mit zwei Erzählungen erstmals in die deutsche Sprache übersetzt wurde.
3) Mahasveta Devi: "Pterodactylus" (Bonner Siva Series)
In diesem Roman geht es um den Ureinwohner-Stamm der Adivasis, seine Vernachlässigung durch die indische Regierung. Ein Journalist besucht ein Adivasi-Dorf, in dem das Auftauchen eines urzeitlichen Vogels, des Pterodactylus, die Abergläubischen unter den Einwohnern beunruhigt. Die Autorin deutet ihn dagegen, so der Rezensent Martin Kämpchen, als "Symbol für das Aufeinanderprallen von archaischen Vorstellungen und den Lebensanforderungen der Gegenwart". Problematisch an diesem Stück engagierter Literatur sei nur, dass das Literarische mitunter zu kurz komme und von "essayistisch-belehrenden, anklagenden Passagen" überlagert werde. Dennoch empfiehlt der Rezensent dieses Buch. Manches Indien-Klischee lässt sich seiner Meinung nach durch die Lektüre überwinden.
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