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Leni Riefenstahl
Fünf Leben
Klappentext
Herausgegeben von Angelika Taschen. Text von Ines Walk. "Fünf Leben" ist das erste Buch, dass die Karriere Leni Riefenstahls in Bildern zeigt. Es enthält ihre berühmtesten Bilder, aber auch viele unveröffentlichte Fotos aus ihrem Privatarchiv. Der Hauptteil des Buchs zeigt Fotografien (ohne Text), die Riefenstahls Karrieren dokumentieren: als Tänzerin, Schauspielerin und Regisseurin.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 19.10.2000
In einer komplizierten, aber klugen Doppelrezension behandelt Elisabeth Bronfen die beiden Neuerscheinungen über Leni Riefenstahl. Vorweg weist sie auf die Schwierigkeit hin, sich dieser Regisseurin auf angemessene Art zu nähern: "Leni Riefenstahl stellt ein Problem dar, weil man ihre Filmästhetik zwar moralisch wie ästhetisch ablehnen kann, aber dennoch zugeben muss, dass sie damit auch das visuelle Denken unseres Zeitgeistes nachhaltig geprägt hat."
1) Rainer Rother: "Leni Riefenstahl. Die Verführung des Talents"
Laut Bronfen bietet Rother eine kulturwissenschaftliche Einordnung, stellt die Künstlerin in einen historischen Kontext und erkundet sorgfältig ihre persönliche Handschrift in ihren Filme. Seine Darstellung Riefenstahls als einer "Autorin in Auftrag" findet sie überzeugend. Seine Deutung der Künstlerin als Symbolfigur für die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus hält sie allerdings für etwas schwach.
2) Angelika Taschen (Hrsg.): "Leni Riefenstahl. Fünf Leben"
Dieser Bildband setzt nach Bronfen voll und ganz auf die "Macht der Verführung". Charisma der Person, Genauigkeit ihrer filmischen Komposition und Starqualitäten werden in dem Band laut Bronfen gefeiert. Ein Bild allerdings würdigt Bronfen, als eines, das alles über Riefenstahl erklärt. Es ist eine Ausnahme Riefenstahls mit Kamera im Vordergrund, wie sie Hitler und Entourage filmt, die im Hintergrund wie Riefenstahls bloße Objekte erscheinen. Hierzu schreibt Bronfen: "In dieser Fotografie, als sich selbst sich selbst inszenierende Autorin, demontiert Riefenstahl die ideologische Eindeutigkeit mit der gleichen Geste, mit der sie sich auch als deren Gestalterin dokumentiert." Was wir davon halten, ist unsere Sache.
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