Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Wo vom "großen Bruch" in der russischen Geschichte dieses Jahrhunderts die Rede ist, denkt man gemeinhin an die "Große Revolution" von 1917. Felix Philipp Ingold setzt in diesem Buch den "großen Bruch" im Schwellenjahr 1913 an, das zwischen den Revolutionen von 1905 und 1917 eine in jeder Hinsicht markante Wende mit sich bringt. Nicht nur kommt es in diesem Jahr zu einem beispiellosen kulturellen Umbruch, mit dem sich Rußland, erstmals in seiner Geschichte, an der Spitze der gesamteuropäischen Kunst- und Literaturentwicklung positioniert, vielmehr werden gleichzeitig auch in den Bereichen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft traditionelle Denk- und Verhaltensweisen durch einen allenthalben auftretenden Innovationsgeist radikal verändert. Das Werk ist in der Art eines Panoramas angelegt und setzt sich aus unterschiedlichen Textteilen und Textsorten zusammen. Der erste Teil bietet eine beschreibende, kommentierende, von zeitgenössischen Bilddokumenten begleitete Gesamtdarstellung, der zweite Teil bringt eine umfangreiche Auswahl von dokumentarischen Texten, darunter kritische und programmatische Schriften, Tagebücher und Erinnerungen aus der Zeit um 1913, die größtenteils vom Verfasser des Buches eigens ins Deutsche übersetzt wurden, sowie eine übersichtliche Chronologie der wichtigsten kulturellen Ereignisse des Jahres.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.03.2001
Schamma Schahadat ist sehr angetan von der Studie über das Jahr 1913 in Russland, das sie als "spannende Darstellung" anpreist. Sie lobt die "umfassende" Schilderung des Epochenumbruchs, den der Autor, der nicht nur als Wissenschaftler, sondern auch als Publizist und als Schriftsteller in Erscheinung getreten ist, mit einer Fülle von Fotos, chronologischen Angaben und Zeugnissen von Zeitzeugen veranschaulicht. Die Darstellung lasse sich sowohl als "Nachschlagewerk" wie als "Lesebuch" mit Gewinn lesen, so die Rezensentin begeistert, die es als "Glück" beschwört, dass sich der Autor wohl vom enzyklopädischen Interesse, das die Zeit um 1913 prägte, hat anstecken lassen.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.01.2001
Felix Philipp Ingold hat sehr fleißig jede Menge Material über die russische Avantgarde zusammengetragen, verliert dabei aber leider seine Leser aus dem Auge, kritisiert Rezensent Hans-Peter Riese den Autor dieser mehr als 600 Seiten langen Chronologie über Kultur, Gesellschaft, Politik und die russische Avantgarde im Jahr 1913. Die Abhandlung zeuge von der Detailbesessenheit und schon geradezu "stupenden" Sachkenntnis des Autors. Sicher eine "unersetzliche Fundgrube", eine "enorme Gesamtleistung", meint der Rezensent, nur eben leider für hochspezialisierte Fachleute. "Schmerzlich" vermisst Riese eine Definition des Begriffs "Avantgarde", immerhin der Ausgangspunkt für Ingolds Studie, sowie eine genauere Betrachtung der politischen Zusammenhänge zwischen der künstlerischen Avantgarde und revolutionären Gruppierungen. So ist Riese trotz der präsentierten Materialfülle und der Sachkenntnis des Autors mit der Abhandlung unzufrieden.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 17.10.2000
Es lohnt sich, die politikhistorischen Fixdaten zu überprüfen, findet Ulrich M. Schmid und schätzt das Herangehen des Kulturwissenschaftlers und Slawisten Ingold, der nicht 1905 oder 1917 als russisches Epochenjahr beschreibt, sondern das bisher unterbelichtete 1913. Da ging, so Schmid, in Russland die Post ab: Die Zensur zog sich zurück, die Futuristen legten los, Buch- und Zeitungsauflagen stiegen und Europa anerkannte Russland endlich als ?eigenständige Kulturnation?. Das ließ die Politik nicht unbeeinflusst: Ingold, so Schmid, bricht mit ihrem Primat. Dazu gibt es Originaldokumente, zahlreiche Abbildungen und eine ?detaillierte Chronologie?. Alles in allem ein neues ?Referenzwerk?.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Petur Gunnarsson: punkt punkt komma strich
Aus dem Isländischen von Benedikt Grabinski. Eine isländische Kindheitsgeschichte, die am Ende des Zweiten ...
Moti Kfir, Ram Oren: Sylvia Rafael
Als bei den Olympischen Spielen in München im September 1972 elf israelische Sportler von einer palästinensischen ...
Archiv: Bücherschauen
Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








