Sie ist ein Querschnitt durch die nordamerikanische Gesellschaft: die Atlantikküste - mit Puritanern und Quäkern im Norden, jüdischem Leben in den Großstädten, Chinatown, Little Havanna, aber auch unbekannteren Mikrokosmen wie Little Haiti in Miami. Von Juli bis Oktober hat sich Zora del Buono mit ihrem Hund Lino im Gepäck auf eine Reise entlang der Küste begeben, vom kühlen, weiten Neufundland bis in den schwülen, überdrehten Irrsinn Floridas. Sie lässt die Menschen ihre von der Einwanderung geprägten Lebensgeschichten erzählen: Hummerfischer, moderne Wikinger, Immigrationsforscher, Leute, die per Green-Card-Los ins Land kamen und solche, die vor Kriegen flüchteten wie die Boatpeople aus Vietnam. Mit dem Blick der Europäerin erschließt die Autorin sich und dem Leser die ungeheure Vielfalt der Ostküste und fragt: Ab wann ist man eigentlich Amerikaner? Was bedeuten historische Erfahrungen von Walfang bis Woodstock für das heutige Zusammenleben? Die Antworten, die ihr unterwegs begegnen, setzt del Buono in Bezug zu Europa und verwebt Porträts, Skizzen, historische Zitate und aktuelle Notizen zu einer atmosphärisch dichten Reisereportage.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 11.10.2011
Ein wunderbares Reisebuch, das nicht nur die lesenswerten persönlichen Eindrücke der Schweizer Autorin wiedergibt, sondern auch als Ratgeber für schöne Touren an der Ostküste dienen kann, lobt Rezensent Stefan Fischer. Die Schweizer Autorin Zora del Buono ist in hundert Tagen mit ihrem Hund die Ostküste entlang vom kanadischen Neufundland bis nach Miami gereist. Kanada spielt keine große Rolle, so der Rezensent, Amerika hat Buono viel mehr beschäftigt. Am meisten beeindruckt hat sie der Freiheitssinn, den selbst Mitglieder der Tea Party genießen, wenn sie mit einer andersdenkenden Europäerin diskutieren. Andererseits war es wegen des Hygienewahns der Amerikaner ungeheuer schwierig, ein Hotel zu finden, das Hunde akzeptiert. Diese Widersprüche beschreibt Buono "knapp und kenntnisreich", findet der Rezensent.
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