Willem Frederik Hermans

Das heile Haus

Cover: Das heile Haus
Aufbau Verlag, Berlin 2011
ISBN 9783351033651
Gebunden, 126 Seiten, 16,99 EUR

Klappentext

Aus dem Niederländischen von Waltraud Hüsmert. Ein Landstrich zwischen den Fronten, der sich mal in der Hand von Deutschen, Russen und auch Partisanen befindet zu denen der namenlose Erzähler gehört. Im Chaos der Luftangriffe will jeder einfach nur überleben, so auch der Held. Im grauenhaften Durcheinander funktioniert seine Beobachtungsgabe erschreckend präzise, und so wird das verlassene und riesige Haus, in das er flüchtet, zur zweiten Hauptfigur. Am Ende ist das Haus ausgebrannt und zerstört, mitsamt seinen toten Bewohnern. Bewohnern eines sadistischen Universums des Mutwillens und Missverständnisses, aus dem kein Entrinnen möglich ist, jedenfalls nicht in diesem aufrüttelnden Buch.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.09.2011

Dieses 1952 publizierte Frühwerk von Willem Frederik Hermans, das zu seinem heutigen 90. Geburtstag erstmals auf Deutsch erscheint, überzeugt Wolfgang Schneider als gelungene Mischung aus realistischem Kriegsroman und "absurdem Theater". Der niederländische Autor erzählt darin von einem namenlosen Partisanen im Zweiten Weltkrieg, der sich in einer von seinen deutschen Bewohnern gerade verlassenen Villa niederlässt, sich vor den eindringenden deutschen Besatzern als Sohn des Hauses ausgibt, nur um, als wenig später die sowjetischen Truppen eindringen, erneut die Seiten zu wechseln, fasst der Rezensent zusammen. Besonders die Weigerung des Autors, klar in Gut und Böse, Opfer und Täter zu unterscheiden und vielmehr auf den allem zugrunde liegenden menschlichen "Sadismus" zu bestehen, scheint Schneider von diesem Roman zu überzeugen. Während Hermans seiner Meinung nach in seinem 1942 verfassten Roman "Die Tränen der Akazien" noch zu "Weitschweifigkeit" neigte, hat er im vorliegenden Werk zu einer bis in die knappen Dialoge hineinreichende "Verdichtung" gefunden, die der Rezensent für die gewählte Form sehr angemessen findet.
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