Herausgegeben von Matthias Schöning, Bernd Stiegler, Ann und Jürgen Wilde. Mit 44 s/w Abbildungen. Die Tatsache, dass Albert Renger-Patzsch und Ernst Jünger gleich zwei Bücher zusammen realisiert und deren Entstehungsprozess in einem Briefwechsel begleitet haben, ist durchaus überraschend. Hier treffen nicht nur Text und Bild, sondern zwei Haltungen aufeinander, die unvergleichbar zu sein scheinen. Während Albert Renger-Patzsch fortwährend auf der sichtbaren Seite der Dinge Formen und formale Beziehungen ausmacht, stellt Ernst Jünger den Entsprechungen von Oberfläche und Tiefe nach. Verwandt sind sie sich in ihrer Suche nach Formgesetzen, die Zeit stillstellen und aufheben. Der Band enthält zahlreiche z.T. bisher unpublizierte Abbildungen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.11.2010
Also Lust macht uns Rezensent Wolfgang Kemp nicht gerade auf diesen Briefwechsel. Klingt alles sehr nach dumpfer Adenauer-Zeit. Und Jünger sagt auch kaum was, wie es scheint, und schon gar nichts zur Fotografie. Aber er korrespondiert doch mit Albert Renger-Patzsch dem Fotovirtuosen der Neuen Sachlichkeit! Wie viel hätten sie sich schreiben können zum Thema Steine und Pflanzen (darum nämlich ging's in einem gemeinsamen Buchprojekt)!, träumt Kemp. Bleibt ihm, sich mit des Fotografen Konzeptionen zu beschäftigen und mit Jüngers immerhin postalisch beigefügten Essays. Die sind nun allerdings sehr "verquast", privatmythologisch, Jünger eben, tja. So findet die kleine Sensation, von der Kemp eingangs spricht, dass Jünger und Renger-Patzsch überhaupt korrespondierten, irgendwie gar nicht statt. Pech gehabt.
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