Vor 200 Jahren erkämpfte Argentinien seine Unabhängigkeit von Spanien. Seither ist das Land, das Schriftsteller wie Borges, Tangosänger wie Carlos Gardel und Ikonen wie Evita Peron hervorgebracht hat, von einer wechselvollen Geschichte gezeichnet: Brutale Diktaturen folgten auf populistische Regierungen, und die Wirtschaftskrise von 2001 bedeutete für große Teile der Bevölkerung den Verlust ihres gesamten Hab und Guts. Daneben blüht das kulturelle Leben vor allem in der Hauptstadt Buenos Aires, die mit zahlreichen Buchhandlungen, Theatern und Kinos glänzt. Der Band behandelt die politischen, sozialen und kulturellen Entwicklungen in Argentinien, angefangen bei der Kolonialzeit, über die Unabhängigkeit bis hin zu den heutigen Herausforderungen, denen das Land sich stellen muß.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.10.2010
Ulrike Prinz findet, diese "kleine Geschichte Argentiniens" hätte jeder noch vor der Öffnung der Frankfurter Buchmesse gelesen haben sollen, denn sie führt in ihren Augen sehr gut in die bewegte Geschichte des Landes ein (schade also, dass ihre Empfehlung erst erscheint, wenn es also fast schon zu spät ist). Den Autorinnen Sandra Carreras und Barbara Potthast gelinge es, die geschichtlichen Abläufe anschaulich zu machen, wobei sie ihnen durchaus als "krisenhafter Verlauf" erscheint, erklärt die Rezensentin. Als besonders hilfreich lobt sie die Konzentration der Autorinnen auf geschlechterspezifische und ethnische Fragen sowie auf Migration und Identität. Alle Fragen kann eine komprimierte Geschichte Argentiniens natürlich nicht beantworten und ein paar Grafiken und historische Fotos wären nach dem Wunsch von Prinz ebenfalls schön gewesen. Dennoch preist sie den Band als "großen Treffer" und lobt ihn zudem als durchweg spannende Lektüre.
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