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Klappentext
Sebastian Lukasser, Schriftsteller, kennt Madalyn seit ihrem fünften Lebensjahr. Sie kann ihm Dinge anvertrauen, die ihre Eltern nicht verstehen würden. Jetzt ist sie vierzehn und erlebt ihre erste, ausweglos komplizierte Liebesgeschichte. Kompliziert, weil Moritz alles andere als ein leichter Fall ist - er wurde bei einem Einbruch erwischt und ist ein notorischer Lügner. Oder spricht er vielleicht doch die Wahrheit?
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Michael Köhlmeier: Madalyn - Leseprobe beim Hanser Verlag
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 03.02.2011
Michael Köhlmeier beschreibt in seinem Roman "Madalyn" die erste Liebe einer Vierzehnjährigen in ihrer "ganzen lodernden Farbenvielfalt", lobt Rezensentin Gabriele Killert. Tschechow, Turgenjew und Natalia Ginzburg fallen ihr als Vergleich ein. Madalyn ist ein einsames Kind, erzählt Killert. Der einzige, dem sie sich anvertraut, ist ein älterer zurückgezogener Schriftsteller, Sebastian Lukasser, den der Leser schon aus Köhlmeiers Roman "Abendland" kenne. Dieser Lukasser möchte in die Geschichte eigentlich gar nicht hineingezogen werden. Aber er kann sich nicht entziehen, muss "Tröster und Lebensretter" sein, so Killert. Beim Lesen erwachte auch in ihr die Sehnsucht nach den "ganz großen Gefühlen".
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 02.11.2010
Selten, höchstens bei Martin Walser oder Christoph Hein hat Rezensentin Beatrice von Matt so eindringlich von der Pubertät erzählt bekommen, von diesem Lebensalter aus "Genialität und Verstörung". Michael Köhlmeier geht dabei sehr raffiniert vor, vielleicht sogar etwas zu raffiniert, aber das schmälert die Bewunderung der Rezensentin nur vorübergehend: In dem Roman lässt sich ein Schriftsteller Sebastian Lukasser bei einem Mittagessen von der 14-jährigen Nachbarstochter Madalyn ins Vertrauen ziehen, die völlig verrückt ist nach einem Jungen namens Moritz, den Matt als "ratlosen, kleinen Betrüger" mehr oder weniger ins Herz geschlossen hat. Ziemlich fasziniert ist Matt diesem "inneren Monolog eines Teenagers im krisenhaften Ausnahmezustand" gefolgt, auch wenn sie die Exaktheit, mit der Berichterstatter Lukasser diesen wiedergibt, "haltlos" findet, immerhin habe Madalyn hier bei einem einzigen Mittagessen gesprochen. Mit dem "meisterhaften" Schluss zieht Köhlmeier die Rezensentin dann allerdings wieder ganz auf seine Seite.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 13.10.2010
Ganz schön verwirrend diese Geschichte von den zwei Büchern, das eine ungeschrieben, das andere erzählt vom Erzähler (einem Autor) und seiner Wunschtochter, die wieder eine Geschichte erzählt, bei der der professionelle Autor ihr hier und da unter die Arme greift. Alles verstanden? Judith von Sternburg nimmt's dennoch leicht. Die Geschichte und auch die Tragik, die sie darüber schweben sieht. Aus der Vergangenheit ragt ein schicksalhafter Unfall ins Bild, und die Zukunft scheint Richtung Eskalation zu gehen. Dass Michael Köhlmeier, der echte Autor nun, den Ton trifft für all das, nicht zu laut, nicht zu lang, genau so, dass für die Rezensentin eine "immense Intensität" von dem Text ausgeht, ist doch toll.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.08.2010
Geradezu als Gegenentwurf zu seinem Jahrhundertepos "Abendland" begreift Rezensentin Sandra Kegel dieses schmale neue Buch, eine Erzählung eher als ein Roman, meint sie, von Michael Köhlmeier. Der Zusammenhang stellt sich von selbst her, denn der Ich-Erzähler des neuen Werks, Sebastian Lukasser, ist aus dem alten bestens bekannt. Zu Beginn dieses Buchs fasst er den Beschluss einer Art Weltrückzug, wird darin freilich auf der Stelle gestört: Es tritt das vierzehnjährige Nachbarsmädchen Madalyn in sein Leben, das er in Liebesdingen nicht ohne Zwischentöne berät. Mit großem Gespür fürs Zwischenmenschliche, zugleich stets strikt aus der begrenzenden Perspektive seines Erzählers, verstehe Köhlmeier das "wunderbar klar, leicht und liebevoll" darzustellen, begeistert sich Kegel.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 19.08.2010
"Äußerst charmant" ist der neue Roman von Michael Köhlmeier, findet Christoph Schröder. Es geht um die Liebelei zwischen den Jugendlichen Madalyn und Moritz, der Leser nimmt sie aus der Sicht des väterlichen Freundes Madalyns, dem Schriftsteller Sebastian Lukasser, wahr. In Gesprächen zwischen den beiden berichtet das Mädchen, wie Moritz sie mit kleinen Lügen und Täuschungen immer wieder hinhält, damit aber auch fasziniert und an sich bindet. Im "virtuosen Spiel mit der Täuschung" liege dann auch die Stärke des Romans, so der Rezensent. Köhlmeier sei sich in den Darstellungen des Spiels der beiden Teenager seines eigenen Daseins als Täuscher und Geschichtenerzähler nur allzu bewusst, wie Schröder vergnügt bemerkt, und baue damit geschickt eine Beleuchtung des eigenen Schriftstellertums in den Roman mit ein.
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