Werner van Gent und Antonia Bertschinger führen auf ihren ganz persönlichen Pfaden durch die Islamische Republik Iran. Sie korrigieren das durch Vorurteile geprägte Iran-Bild und können uns unvermutete und oft überraschend witzige Facetten zeigen: Von wahrsagenden Kanarienvögeln über rebellische Lyrik bis hin zum nordiranischen Knoblauchgeheimnis wird die Leserschaft in den iranischen Alltag eingeführt, der zunächst so anders erscheint und dann doch so vertraut wird.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.08.2010
Selten hat er so viel Interessantes über den Iran gelesen wie in diesem Buch, lobt Rezensent Rudoph Chimelli überschwänglich, aber er hat auch einiges an ihm auszusetzen. Positiv rechnet er der Arbeit des Autorenpaars Antonia Bertschinger und Werner van Gent an, dass sie Land und Leute nicht auf das Regime der Mullahs reduzieren, sondern ein differenziertes Bild zeichnen. Ganz richtig findet er etwa, wenn sie die Bedeutung des Kopftuchs relativieren und andere Benachteiligungen wie etwa im Erbrecht oder im Berufsleben höher veranschlagen. Einverstanden ist er auch mit der Schilderung der iranischen Geschichte, deren unguter Verlauf nicht mit den Ajatollahs begonnen habe, sondern dem Putsch der CIA gegen Mossadegh, der den Schah wieder an die Macht gebracht habe. Weniger glücklich ist Chimelli, wenn die beiden Autoren die negativen Seiten des Irans schildern: Hier erscheine das Land schlimmer als die gängigen Vorurteile, und das geht für den Rezensenten natürlich nicht.
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