Harry Graf Kessler

Harry Graf Kessler: Das Tagebuch 1880-1937

Neunter Band: 1926 - 1937
Cover: Harry Graf Kessler: Das Tagebuch 1880-1937
Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2010
ISBN 9783768198196
Gebunden, 1052 Seiten, 63,00 EUR

Klappentext

In diesem Band seines Tagebuches zeigt sich Kessler einmal mehr als aufmerksamer Kommentator, dessen Betrachtungen diesmal von den Krisenjahren der Weimarer Republik bis zum beginnenden Nationalsozialismus reichen. Dies dokumentieren nicht zuletzt zahlreiche von ihm in den Band eingefügte und kommentierte Zeitungsausschnitte. Im Februar 1933 nahm Kessler am Kongress "Das Freie Wort" in der Berliner Krolloper teil, der letzten großen Protestaktion für Meinungs-, Rede-, Presse- und Wissenschaftsfreiheit. Während eines anschließenden Paris-Aufenthalts wurde ihm mitgeteilt, dass er sich mit einer Rückkehr nach Deutschland in Gefahr bringen würde. Kesslers Wunsch, zu einem späteren Zeitpunkt nach Deutschland zurückzukehren, ließ sich nie verwirklichen. Der Aufenthalt in Paris mündete ins Exil. Von November 1933 bis Mai 1935 lebte Kessler in Palma de Mallorca und arbeitete dort an seinen Memoiren. Am 30. November 1937 starb Kessler in Lyon.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 26.08.2010

Manfred Koch erklärt das Großprojekt der Publikation von Harry Graf Kesslers Tagebüchern mit dem vorliegenden neunten Band für fast abgeschlossen, weist allerdings auf den noch fehlenden ersten Band hin. Kessler war ein überaus einflussreicher und umtriebiger Schriftsteller, Politiker, Kunstsammler und Mäzen, der aber vor allem durch seine 57 Jahre währende, akribische Tagebuchführung als aufmerksamer Chronist der Weimarer Republik und darüber hinaus gilt, erfahren wir. Während auch der neunte Band wenig über das Innenleben des Autors preisgibt, ergibt sich mit der Lektüre ein eindrucksvolles Epochenbild, das sich mit der Nazizeit auch unter der Feder Kesslers spürbar verdüsterte, lässt Koch wissen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.07.2010

Genüsslich liest Alexander Kissler den abschließenden neunten Band von Harry Graf Kesslers Tagebuch. Dafür dass die Lektüre nicht zu einem Trauerfall wird (immerhin versinkt Deutschland im Nazismus, sterben die Freunde weg), sorgt laut Kissler des Autors Sinn für das Komische im Tragischen. Weiterhin delektiert sich der Rezensent an Kesslers Wachheit, die hier Darstellungsmittel wird, wie er schreibt, ohne in "Äquidistanz" abzurutschen. Harte, rasche Kommentare hat Kissler gern. Für ihn ist dieses Tagebuch viel mehr als Kulturchronik, ist politisch, seelenschauend, aber eben auch Lehrbuch der Polemik, eine Kunstform, die Kessler, so Kissler, "mit Verve" beherrsche.

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