Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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- Der 11.September: Eine Presseschau
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Klappentext
Auf den Spuren des antikenbegeisterten römischen Kaisers Hadrian, der um 120 n. Chr. begann, sein gesamtes Imperium von Schottland bis Ägypten zu bereisen, lässt Robin Lane Fox die Antike lebendig werden,von den homerischen Epen über die Erfindung der Demokratie und den stürmischen Aufstieg des Alexanderreichs bis zur römischen Kaiserzeit und den Anfängen des Christentums. Die Fülle der historischen Ereignisse von 1000 Jahren ordnet der Autor entlang dreier Leitthemen: Freiheit, Gerechtigkeit und Luxus - Themen, die schon in der Antike und bis zum heutigen Tag die Auseinandersetzung mit der Gesellschaft bestimmen.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Robin Lane Fox: Die klassische Welt - Leseprobe beim Verlag Klett-Cotta
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 20.05.2010
Mit Begeisterung bespricht Jens Jessen diese "glänzende" Gesamtdarstellung der antike Welt, ein Projekt, bei dessen Bewältigung der britische Historiker Jessen zufolge "eine denkwürdige Mischung aus britischer Kühnheit und Unbefangenheit" an den Tag gelegt hat. Der entscheidende Geniestreich der Darstellung besteht für Jessen darin, dass Robin Lane Fox in drei zentralen Begriffen die Kulturen der Griechen und Römer über ein Jahrtausend lang tatsächlich zusammenbinden und sogar ans Heute knüpfen kann: Freiheit, Gerechtigkeit und Luxus. Doch auch die Entscheidung, mit Homer zu beginnen und mit dem reisenden Kaiser Hadrian zu schließen, findet der Kritiker genial. Fox fange mit dem ersten Zeugnis der Antike an und ende mit einem römischen Kaiser, der sich zum Abschluss der Epoche noch einmal als Grieche inszeniere, tatsächlich aber schon ein die Antike bewundernder Bildungsbürger sei. Dazwischen tue Fox nichts weniger, als die ungeheuren Stoffmassen, die das von ihm betrachtete Jahrtausend produzierte, zu schultern und neu zu sortieren.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.04.2010
Leichtes Bedauern schwingt bei Althistoriker Stefan Rebenich mit, wenn er feststellt, dass solch umfangreiche populärwissenschaftliche Schmöker wie von Robin Lane Fox nicht auch hierzulande geschrieben werden. Dann übt er keine Zurückhaltung beim Lob des über 700 Seiten dicken Bandes, den er als üppiges Lesevergnügen in "herrlich altmodischer" Machart lobt. Der in Oxford lehrende Historiker weiß glänzend zu schreiben, hält sich eng an die Quellen, wechselt kurzweilig zwischen Porträts historischer Persönlichkeiten und dem soziokulturellen, religiösen, wirtschaftlichen und politischen Kontext und hält sich nicht bei kleinteiligen fachwissenschaftlichen Debatten auf, frohlockt der Rezensent. Dass Lane Fox dabei Themen manchmal nur anreißt, nimmt Rebenich nicht weiter übel, er weiß "geistreiche Synthese und pointierte Wertung" höher zu schätzen als lückenlose Darstellung, wie er betont. Fox' drei zentrale Begriffe - "Freiheit, Gerechtigkeit und Luxus" -, an denen er seine Klassische Geschichte strukturiert, hätte der Rezensent allerdings doch gern begriffsgeschichtlich beleuchtet gesehen und die konsequente Ignorierung der deutschen Forschungsliteratur hätte er zumindest in der Bibliografie der deutschen Übersetzung überarbeiten lassen. Alles in allem aber zeigt er sich begeistert und vor allem gut unterhalten von diesem Buch.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.03.2010
Kein Zweifel für Uwe Walter: Dieser Autor hat Ideen. Wie sonst könnte er es wagen, die griechisch-römische Antike in ihrer Gesamtheit zu schildern? Die synthetisierende Perspektive auf Autonomie als einem politischen Gut und Mittelmeer-Networking (als Modell) unterstellt Walter Robin Lane Fox nicht ohne Grund. Mit Hadrians Blick, findet Walter, gewinnt die Rekonstruktion der Antike zwingende Evidenz. Dass der Autor dabei auf den großen universalhistorischen Zusammenhang verzichtet und stattdessen episch ans Werk geht, erzählend und (die Kunst, Literatur, Philosophie, Politik der Griechen und Römer) rühmend, gefällt Walter nur noch besser. Für ihn Hinweis auf die Willkür jeder deutenden Auswahl und zugleich, weil der Autor, wie wir erfahren, das Unkonventionelle liebt, die Chance, einmal Aristophanes als Ikone demokratischer Freiheit und Indikator des klassischen Zeitalters kennenzulernen. Formal erscheint Walter der Band durch seine kurzen Kapitel leserfreundlich, lebendig in seinen Personenskizzen und Beschreibungen, etwa zum Thema Luxus, und mit seinen Bezügen zu Erkenntnissen der Forschung bodenständig. Nicht zuletzt sieht Walter das Ideal des Klassischen in diesem Band selbst umgesetzt: Im ansteckenden Feuer einer "durch Geschmack und Humor gezügelten Passion".
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