Aus dem Hebräischen von Mirjam Pressler. Anna ist dreizehn. Sie steht auf der Strandterrasse und wartet. Vergessen sind ihre motorischen Störungen, vergessen alle Vorsicht. Anna sieht ihren Traum: Ein am Geländer lehnendes Fahrrad, die Sonne hoch und strahlend, das Meer in gleißendem Licht. Ein kurzer Moment rauschhaften Glücks die erste Fahrradfahrt ihres Lebens, der kleine Bruder jubelnd auf dem Gepäckträger ... Aber Anna stürzt, und der kleine Bruder schlägt mit dem Kopf auf und fällt ins Koma. Nur die Möwen sind Zeugen dieses Unfalls, und Anna schweigt. Fortan jedoch verändert sich alles für sie, der Geschmack des Brotes, die Höhe des Himmels, die Farbe des Meeres. Das Geflecht der Familie droht zu zerreißen, Rettung bringen schließlich Liebe, Nähe und Beharrlichkeit.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 17.04.2010
Großen Eindruck hat dieser neue Roman von Mira Magen auf Rezensentin Stefana Sabin gemacht, die die israelische Autorin eine "Meisterin der Alltagsliteratur" nennt. Das Buch sei von großer Abgeklärtheit durchdrungen, die sich in vielen zitierfähigen Alltagsweisheiten niederschlage. Alltagsunglück erhalte literarischen Glanz. Wie bereits frühere Geschichten liest die Kritikerin auch diese Geschichte als Parabel darüber, dass im Leben "emotionale Bescheidenheit und hiobsche Ausdauer" belohnt werden. Im vorliegenden Fall wacht der fünfjährige Sohn der Protagonistin, der nach einem Unfall ins Koma gefallen ist, glücklich wieder auf. Auch Miriam Presslers "flüssige Übersetzung" wird gelobt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.03.2010
Recht eingenommen ist Rezensent Jakob Hessing von diesem Roman der israelischen Bestseller-Autorin Mira Magen. Er schätzt das Buch - es geht u.a. um ein behindertes Mädchen und ihren kranken Bruder - trotz des ernsten Themas als "Unterhaltungsroman im besten Sinne". Besonders hebt er hervor, wie Magen über die Probleme Israels und die innerisraelische Spannungen schreibt. Der Autorin gelingt es in seinen Augen nämlich glänzend, Gegensätze zwischen orthodoxen und säkularen Lebensformen aufzuzeigen, ohne ideologisch zu polarisieren. Lobend erwähnt er zudem die deutsche Übersetzung von Mirjam Pressler.
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