Bücher der Saison
Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Jobs
Historische Tage
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Französischen von Doris-Butz-Striebel und Tresy Lejoly. Menschen haben unter Aufbietung aller intellektuellen Kräfte immer auf das Erlebnis von Naturkatastrophen reagieren müssen, sie haben immer versucht, doch einen Sinn zu finden: Strafe Gottes, Prüfung der Gottesfürchtigen oder der Gerechten, Ansporn zur Aufbietung aller dem Menschen möglichen Entwicklung technischer oder moralischer Art. Eine Geschichte der Katastrophenbewältigung, wie sie der Genfer Historiker François Walter schreibt, steht also weit jenseits von modischem Katastrophismus und schön gruseliger Heraufbeschwörung aller möglichen und unumgänglichen Apokalypsen. Sie erweist vielmehr, dass die Antworten des 16. oder 18. Jahrhunderts auf das Unbegreifliche nicht etwa wertlos oder unbedeutend sind, bloß weil die Naturwissenschaft ein paar Schrittchen weitergekommen ist: Auch der Tsunami zu Weihnachten 2004 bleibt sinnlos.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.04.2010
Rezensent Urs Hafner hat mit gespanntem Interesse Francois Walters Kulturgeschichte der Katastrophen vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart gelesen und nimmt als Fazit der Lektüre mit, dass der Mensch seit jeher angesichts katastrophischer Vorkommnisse nach spirituellen Erklärungen sucht. Der Genfer Historiker Walter untersucht vom Vulkanausbruch bis zu Nuklearunfällen oder den Anschlägen vom 11. September, wie unterschiedlich Gesellschaften mit den jeweiligen Katastrophen umgegangen sind, erklärt der Rezensent. Dabei mache der Autor keineswegs eine "lineare" Entwicklung im Sinne von irrealer Reaktion im Mittelalter zu wissenschaftlich rationaler Verarbeitung der Katastrophe in der Gegenwart, betont Hafner. Vielmehr hat Walter festgestellt, dass beispielsweise auch auf heutige Katastrophen durchaus "spirituelle Reaktionen" zu bemerken sind, die sich beispielsweise in einer quasireligiösen "alarmistischen Ökologie" Bahn brechen. Ihn hat das, wie er lobt, inspirierende Buch davon überzeugt, dass der Mensch religiöse, spirituelle oder zumindest symbolische Hilfen im Katastrophenfall braucht. Dass er aber tatsächlich des "Heiligen" bedarf, wie der Autor resümiert, scheint dem Rezensenten dann doch übertrieben.
Bücher von Lesern empfohlen
Agneta Blomqvist, Lars Gustafsson: Alles, was man braucht
Was wissen Sie über elektrische Fische, Kriminalromane und "Anfang und Ende der Zeit"? Lars Gustafsson ...
Thilo Sarrazin: Deutschland schafft sich ab
Thilo Sarrazin beschreibt mit seiner profunden Erfahrung aus Politik und Verwaltung die Folgen, die sich für ...
Archiv: Bücherschauen
Ästhetik des Ungekämmten
02.09.2010: Die FAZ liest tief beeindruckt Erwin Mortiers Roman "Götterschlaf", der die Geschichte einer Frau in Zeiten des Ersten Weltkriegs erzählt. Die Zeit feiert Steven Uhlys Romandebüt "Mein Leben in Aspik" als irrwitzigen Barock-Poetry-Slam und verteidigt Martin Mosebach und seinen Roman "Was davor geschah" gegen seine Kritiker: Mit formloser Kunst ist dem formlosen Leben nicht beizukommen. Die SZ erfährt in Barbara Ehrenreichs "Smile or Die" die beglückende Wirkung des negativen Denkens. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Hannah Arendt, Gershom Scholem: Der Briefwechsel
30.08.2010: Von 1939 bis 1964 führten Hannah Arendt und Gershom Scholem einen intensiven Briefwechsel, in dem sie sich über jüdische Geschichte und jüdisches Selbstverständnis auseinandersetzten. Lesen Sie hier Auszüge aus der Korrespondenz, in denen es um Walter Benjamins Tod und Hannah Arendts Bericht "Eichmann in Jerusalem" geht. Mehr lesen
Elisabeth Badinter: Der Konflikt
23.08.2010: Frauen sollten wieder zurück zu Heim und Herd. Diesmal nicht, um den Mann zu umsorgen, sondern das Kind. Unter dem Banner der Natürlichkeit werden die Ansprüche an die gute Mutter so in die Höhe geschraubt, dass Frauen ihre Freiheiten wieder zu verlieren drohen, fürchtet Elisabeth Badinter. Lesen Sie hier einen Auszug aus ihrem neuen Buch "Der Konflikt".
Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Patagonische Gespenster
19.08.2010: Die argentinische Journalistin Maria Sonia Cristoff bereist Patagonien und berichtet von den Menschen, die es dorthin verschlagen hat, in diese gottverlassenen Landschaften am anderen Ende der Welt. Lesen Sie hier einen Auszug aus: "Patagonische Gespenster". Mehr lesen





Folgen Sie uns auf Twitter

