Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Aram Mattioli

Viva Mussolini

Die Aufwertung des Faschismus im Italien Berlusconis

Cover: Viva Mussolini

Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 2010
ISBN-10 350676912X
ISBN-13 9783506769121
Broschiert, 201 Seiten, 19,90 EUR

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Klappentext

Mit 14 farbigen Abbildungen. Berlusconis Aufstieg zum mächtigsten Mann Italiens wurde von einem tief gehenden Kulturwandel begleitet. Die Gesellschaft ist deutlich nach rechts gerückt. Wie konnte der "Faschismus" in Italien wieder gesellschaftsfähig werden? In die Analyse Aram Mattiolis werden nicht nur Politikerreden, Memoiren, Bestseller und Filme einbezogen, sondern auch Fernsehdiskussionen, Gedenkrituale und die Errichtung von lokalen Denkmälern. Der populistisch und zunehmend illiberal regierende "Cavaliere" hat das Land weit mehr verändert, als selbst ausländische Beobachter meinen. Zur Anomalie des heutigen Italiens gehört, dass der grassierende Revisionismus nur noch von einer Minderheit als Skandal empfunden wird.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 01.03.2010

Wie spricht das öffentliche Italien heute über seine faschistische Vergangenheit? Im Buch des Basler Historikers Aram Mattioli, das für Henning Klüver gerade zu richtigen Zeit erscheint, findet der Rezensent Antworten. Es steht nicht gut um Italiens Erinnerungskultur, das lernt Klüver hier schnell, die "revisionistische Normalität", so die These des Autors, hat sich durchgesetzt. Mattiolis Untersuchung möglicher Ursachen dafür vermag der Rezensent nur wenig entgegenzusetzen (die Rolle Gianfranco Finis etwa sieht er anders): Der Widerstand gegen den revisionistischen Erinnerungsdiskurs, muss er eingestehen, bleibt im derzeitigen kulturellen Klima Italiens tatsächlich "blass". Um so mehr gilt die Achtung des Rezensenten diesem "leidenschaftlich" geschriebenen Buch und einem Autor, der seine Meinung sagt.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 18.02.2010

Dass der Faschismus in Italien unter Silvio Berlusconi gezielt verharmlost wurde, so dass rechtsextreme Meinungen mittlerweile von der bürgerlichen Mitte vertreten werden, wie es zu dem neuen Führerkult um den italienischen Minsiterpräsidenten kam, und wie groß Mussolinis Ansehen im heutigen Italien noch ist, erfährt man laut Thomas Schmid aus dem Buch "Viva Mussolini!" von Aram Mattioli. Wie der Rezensent berichtet, geht der Schweizer Historiker dem italienischen Gründungsmythos nach, der die Verfassung von 1948 als Neubeginn nach einer nazifaschistischen Besetzung sieht, aus dem sich Italien aus eigener Kraft befreit habe, ohne den Bürgerkrieg und das 20 Jahre andauernde, auf einen Massenkonsens gestützte faschistische Regime Mussolinis zu thematisieren. Diese Denkstrukturen und ihre Folgen zeigt er auf und kommt zu dem Schluss, dass sich diese bis heute im politischen Machtgefüge Berlusconis gehalten haben und dazu beitragen, "einen neuen Mythos" zu schaffen, "der den Unterschied zwischen Faschisten und Antifaschisten einebnen soll", wie Schmid aus dem Buch schließt.

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Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren