Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Carl Dietmar, Marcus Leifeld

Alaaf und Heil Hitler

Karneval im Dritten Reich

Cover: Alaaf und Heil Hitler

F. A. Herbig Verlagsbuchhandlung, München 2010
ISBN-10 3776626305
ISBN-13 9783776626308
Gebunden, 224 Seiten, 24,95 EUR

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Klappentext

Der Kölner Karneval, die Mainzer Fastnacht, die schwäbisch-alemannische Fasnet und der Münchener Fasching boten den Nationalsozialisten eine ideale Plattform, ihre politischen Ziele und ihre Ideologie innerhalb der angestrebten "Volksgemeinschaft" zu propagieren.  Die Nationalsozialisten erkannten die einheitsstiftende Funktion des Karnevals und machten sich sein politisches Potenzial zunutze: In der Bütt wurden antisemitische Witze gerissen, Juden in Liedern und auf Mottowagen verhöhnt, Politiker des Auslands verspottet. Widerstand gegen die ideologische Vereinnahmung des Volksfestes gab es kaum. Unangepasste Karnevalisten - Büttenredner sowie andere Künstler - setzte man massiv unter Druck. Regimekritische Narren wurden verhaftet, einige gar zum Tode verurteilt.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 06.02.2010

Wenig erheiternd dafür aber ziemlich erhellend fand Klaus Hillenbrand diesen wissenschaftlichen Ausflug in die Abgründe der NS-Humor-Abteilung. Der Schwerpunkt des Buches liege auf Kölns Nazikarnevalisten, aber auch Spuren nach Berlin, Freiburg oder Chemnitz würden verfolgt. Insgesamt kommt das Buch zu dem Ergebnis, schreibt Hillenbrand, dass die NSDAP den Karneval schnell propagandistisch (und besonders antisemitisch) instrumentalisierte, aber die lokalen Karnevalsverbände in vorauseilendem Gehorsam ihren Humor auch schnell den Machthabern angedient hätten. Interessant findet der Kritiker auch, wie die Nazis alte Karnevalstraditionen im Zuge ihres antisemitischen oder homophoben Menschenbildes abgeschafft hätten, die männlichen Funkenmariechen zum Beispiel - wobei es bis heute geblieben sei. Auch der Fall des hingerichteten Präsidenten des Düsseldorfer Karnevalsvereins Leo Statz, der 1943 betrunken Zweifel am Endsieg geäußert hatte, komme vor.

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Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren