Bücherschau der Woche
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All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Aus dem Korpus der Briefe an die Mutter wurden bisher lediglich 29 Briefe publiziert; über 1200 Briefe werden nun zum erstenmal der Öffentlichkeit vorgelegt. Sie gewähren bemerkenswerte Einblicke in den Alltag des Dichters, beleuchten seine Vorlieben und Sorgen. Aber auch das komplizierte Verhältnis zu seiner Mutter wird in ein völlig neues Licht gerückt. Am 4. Dezember 1896 feiert Rilke seinen 21. Geburtstag. Am Tag darauf schickt er seiner Mutter den gerade erschienenen Gedichtband "Traumgekrönt", dem er am 8. Dezember einen Dankesbrief für die Geburtstagssendung folgen läßt: "Ich bin in der Zeit meines Fernseins um zwei Körperjahre, geistig wohl um 10 älter geworden." Die Zäsur, die Rilke hier anspricht und für die das Datum der Volljährigkeit steht, spiegelt sich auch, nach einer Pause von drei Jahren, im Wiedereinsetzen der Korrespondenz mit der Mutter, die bis kurz vor Rilkes Tod im Dezember 1926 nicht mehr abreißt.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.11.2010
Eine kluge und eingängige Besprechung der 1200 (!) Briefe Rilkes an seine Mutter legt Rezensent Christoph König vor. Im Zwang der regelmäßigen Korrespondenz zwischen 1896 und 1926 verbirgt sich für ihn nicht weniger als der Schlüssel zu Rilkes Schaffenskraft. In der durch die Briefe gehaltenen Waage zwischen Distanz und Nähe zur Mutter erkennt er eine grundlegende Bedingung für Rilkes Arbeit. Inhaltlich geht es laut König um Praktisches: Diäten, Schuhe, Reisen, das Wetter, die Religiosität und die Neurasthenie der Mutter. Die Krankheit übrigens scheint König ein Hauptthema zu sein. Und weil Rilke diese Themen gedanklich ins Poetische "übersteigt", steht die Bedeutung der Briefe für den Rezensenten außer Frage.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 14.01.2010
Mit großem Interesse hat Ursula Krechel diese Edition mit den erstmals veröffentlichten Briefen Rainer Maria Rilkes aus den Jahren 1896 bis 1926 an seine Mutter gelesen, insgesamt 1134, wie sie schreibt. Die rezensierende Lyrikerin beschreibt ein schwieriges Mutter-Sohn-Verhältnis, als Prinzip der Kommunikation erkennt sie Schonung. Denn Rilke berichte der Mutter eher Äußerliches, verschone sie mit Einblicken in "Exaltiertheiten der Kunst und ihrer Ausübung". Es herrsche ein verbindlicher Konversationston, schreibt Krechel, die allerdings zwischen den Zeilen die Anstrengung zu spüren meint, die Rilke dieser Ton abverlangt. Er sei in den Briefen an die Mutter immer der "treue Sohn" geblieben, lesen wir, die er daher auch stets mit seinem Taufnamen "Rene" unterzeichnet habe. Verwundert liest Krechel im Kommentar der Herausgeberin, dass in den Briefen das Bild eines "warmherzig liebenden Sohnes" entstehe. Sie selbst hat einen völlig anderen Eindruck und kritisiert, dass es sich bei der Herausgeberin um die Ehefrau von Rilkes Enkel handelt und stellt die Frage, ob "eine solch prekäre Forschungsarbeit" tatsächlich in der Familie bleiben sollte.
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