Aus dem Nachlass herausgegeben von George Gutu, Peter Motzan und Stefan Sienerth.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.05.2010
Mit 70-jähriger Verspätung erscheint nun die deutschjüdische Lyrikanthologie aus der Bukowina, die der Lyriker Alfred Margul-Sperber seit den 1920er Jahren geplant hatte und deren zwei Fassungen bis jetzt im Archiv des Nationalmuseums der Rumänischen Literatur in Bukarest aufbewahrt wurden, kann Harald Hartung vermelden. Er ist geradezu überwältigt vom Formenreichtum dieser Gedichte von Autoren wie Paul Celan, Rose Ausländer, Itzig Mangers und anderen. Besonders betroffen macht den Rezensenten das hohe "Niveau" der deutschjüdischen Kultur der Bukowina, die mit dem Nationalsozialismus ausgelöscht wurde. Nicht zuletzt diese geschichtliche Erfahrung ist in vielen Gedichten dieses Bandes aufbewahrt und auch die Schicksale der Autoren sind von extremen Erfahrungen geprägt, wie Hartung in Erinnerung ruft.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 11.01.2010
Mit jeder Menge Lorbeer schmückt Hans-Peter Kunisch Alfred Margul-Sperber, den Herausgeber dieser Anthologie deutsch-jüdischer Dichtung mit ihrem vielleicht nicht mehr ganz zeitgemäßen Untertitel. Dass der "schön gestaltete" und "sorgfältig kommentierte" Band bereits vor sieben Jahrzehnten herauskommen sollte, nun ja, so sei es eben eine kleine editorische Sensation geworden, schreibt Kunisch und freut sich lieber über die bekannten und weniger bekannten Namen der aus zwei vorliegenden Fassungen der Sammlung kompilierten Auswahl, anstatt sich zu grämen. Die Lektüre empfindet Kunisch als spannend, weil die Texte die ganze Bandbreite lyrischen Schaffens, vom Liebesgedicht bis zum Parteilied, abdecken und die enthaltenen Kurzbiografien zu Autorinnen wie Klara Blum oder Salome Mischel-Grünspan dem Leser neue Fakten präsentieren.
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