Kerascoet, Fabien Vehlmann

Jenseits

Cover: Jenseits
Reprodukt Verlag, Berlin 2009
ISBN 9783941099302
Kartoniert, 96 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Kai Wilksen. Handlettering von Dirk Rehm. Farbiger Comic. Es beginnt mit einem heiteren Kaffeetrinken, zu der die junge Dame ihren Schwarm eingeladen hat. Kuchen und heiße Schokolade werden gereicht, und es verspricht ein vergnügliches Rendezvous zu werden. Doch die Idylle schlägt in blankes Entsetzen um, als dicke violette Tropfen von der Decke fallen und alles zusammenzubrechen droht. In letzter Sekunde entkommen die beiden ans Tageslicht, um zu erkennen, dass es nicht ein Haus oder eine Höhle war, aus der sie geflohen sind - hinter ihnen liegt, um ein Vielfaches größer als sie selbst, ein Mädchen leblos im Gras. Eine Reihe weiterer kleiner Geschöpfe entsteigen dem toten Körper, und sie alle müssen sich nun gemeinsam in einer bedrohlichen Natur zurechtfinden.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 15.01.2010

Dieser Comic hat Christian Schlüter ganz schön zugesetzt. Was so harmlos und pastellfarben beginnt, führt unseren Rezensenten jäh in die Abgründe einer gruseligen Fabel mit Freudscher Albtraumlogik. Es ist diese Mischung aus Niedlichkeit und Grauen, die Schlüter fesselt. Dass es sich bei dem Band der Herren Pommepuy und Cosset um ein Kinderbilderbuch handelt, möchte Schlüter lieber nicht behaupten. Wenn Mädchen durch Riesenleichname krabbeln und Vögel kleine Jungs zerhacken, wird es ihm doch sehr unbehaglich. Die zeichnerische Umsetzung, erklärt Schlüter, dreht das Rad immer noch einen Zacken weiter, und das stärkste ist für ihn: Das ambitionierte Projekt gelingt und wird nicht zum gefälligen Quatsch.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 09.01.2010

Geradezu hingerissen bespricht Rezensent Sven Jachmann diesen kunstvollen Comic, an den er das Prädikat "exzellentes Kunstwerk" vergibt. Es beginne harmlos märchenhaft mit einem Kaffeekränzchen, bei dem sich ein schüchternes Pärchen zum ersten Mal küsst. Bald aber kippt die Szene ins Düstere, sogar eine Leiche liegt dem Pärchen auf der Flucht vor dem plötzlichen Unheil im Weg, wie Jachmann schreibt. Aus dem toten Körper des jungen Mädchen dringen dessen Erinnerungen wie Fabelwesen nun an die Oberfläche der Geschichte, die immer finsterer, immer wüster wird, wie den Ausführungen des gefesselten Kritikers zu entnehmen ist. Schaurige Doppeldeutigkeit bescheinigt er den zuckersüßen Bildern, die Marie Pommepuy und Sebastien Cosset von den fantastischen Vorfällen gezeichnet haben.

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