Bücherschau der Woche
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All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Aus dem Italienischen von Peter O. Chotjewitz. »Tape Mark I« (1961) von Nanni Balestrini gilt als erstes Gedicht, das je auf einem Computer geschrieben wurde. Der Autor verfolgte jedoch einen radikaleren Plan: Er wollte am Rechner einen Liebesroman verfassen, in seine Bestandteile zerlegen und diese willkürlich kombinieren. 1966 erschien sein Tristano bei Feltrinelli - als »normales« Buch. 43 Jahre später ermöglicht die digitale Drucktechnik die Umsetzung dieses Projekts: Balestrinis Hommage an den Tristan-Mythos erscheint in einer Auflage von 2000 nichtidentischen Exemplaren und mit einem Nachwort von Umberto Eco.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.07.2010
Gäbe es nicht das interessante Nachwort des Übersetzers Peter O. Chotjewitz, wäre Rezensentin Maike Albath von Nanni Balestrinis Romanexperiment "Tristano" wohl enttäuscht gewesen. Der bereits 1972 erschienene Liebesroman steht ganz in der Tradition der gruppo 63, einem Künstlerkollektiv von Schriftstellern und Wissenschaftlern - darunter Umberto Eco - , die sich zum Ziel gesetzt hatten, die italienische Kultur zu verändern. Textkohärenz oder ein Handlungsstrang galten als längst überholt, und auch die Zeichensetzung wurde nur noch als "Relikt spießiger Erzählkunst" betrachtet. Literatur dürfe nicht "bequem" sein, sondern müsse ins soziale Geschehen eingreifen. Als sei dies nicht schon "quälend" genug, stöhnt Albath, hat Balestrini seine Erzählung nun auch noch mit Hilfe eines Computerprogramms überarbeitet: die einzelnen Textsequenzen wurden nummeriert und in einem kombinatorischen Verfahren zu immer neuen Formationen zusammengefügt: dabei entstanden 109.027.350.432.000 mögliche Romane, welche die Rezensentin wohl nicht alle lesen wird, denn nicht einmal die eine Liebesgeschichte, die sie vor sich hatte, hat sie überzeugt. Die Lektüre lohnt sich aber zumindest dank des Nachwortes: Hier werde die literaturhistorische Bedeutung des Textes erklärt, interessante Querverweise zu Filmen von Alain Resnais aufgezeigt und auch die bewegende Biografie Balestrinis geschildert.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 08.01.2010
Rezensentin Aureliana Sorrento findet, dass dieser neu aufgelegte - und in Anbetracht der heutzutage zur Verfügung stehenden digitalen Drucktechnik erstmals ganz im Sinne des Autoren Nanni Balestrini realisierte - Roman von 1966 ein spannendes Zeitdokument ist, der auch die revolutionären Umtriebe der Zeit seiner Entstehung reflektiert. Ob Sorrento darüber hinaus auch Vergnügen an der Lektüre hatte, bleibt jedoch etwas offen. Aufgrund seiner wechselnden Struktur - bei jedem Druck werden die einzelnen Abschnitte der Kapitel neu angeordnet, jedes Buch wird so zum Unikat - kann man als Leser in den Augen der Rezensentin weder einem "Plot noch einer Figurenentwicklung" folgen, sondern nur einzelnen "Augenblicken mehr oder weniger intensiver Wahrnehmung". Nach Meinung der Rezensentin ragen besonders jene Sätze aus dem Text heraus, die einem "inneren Monolog zu entstammen scheinen".
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Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








