Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Aus dem Rumänischen von Jan Cornelius. Zehn Jahre nach dem Sturz der Ceausescu-Diktatur stehen Neuwahlen an. Die Rentnerin Emilia Apostoae, die den größten Teil ihres Lebens unter dem Regime der Volksmacht verbracht hat, erhält einen Anruf von ihrer nach Kanada emigrierten Tochter Alice: Wähle ja nicht die Kommunisten. Dieses Telefonat und die folgenden Diskussionen stürzen Emilia in eine Identitäts- und Nostalgiekrise und sie erinnert sich wehmütig an eine Zeit, in der alles perfekt schien (aber gar nichts stimmte). Nach und nach verwebt die Rote Babuschka den problematischen Alltag des heutigen Rumänien mit dem Alltag der Vergangenheit und geht sich dabei selbst auf den Leim. Mit Bauernschläue und Mutterwitz schlagen Dan Lungus Figuren den absurden Auswüchsen des Lebens ein Schnippchen.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.01.2010
Rezensentin Judith Leister hat mit großem Interesse den Roman "Die rote Babuschka" des rumänischen Autors Dan Lungu gelesen, denn sie fand hier das überzeugende Porträt einer typischen Mitläuferin. Das Buch, als sprachlich zurückgenommene und pointengesättigte "Burleske" dargeboten, lässt die alte Emilia von ihrem Alltag im mittlerweile im Kapitalismus angekommenen Rumänien erzählen, unterbrochen von nostalgisch gefärbten Erinnerungen an ihr Leben als Fabrikarbeiterin unter Ceausescu, so die Rezensentin. Emilia leidet unter der Gegenwart, weshalb sie sich die Vergangenheit schönfärbt, stellt Leister fest, die hier das treffende Charakterbild eines Menschentypus findet, "der sich für die Gegenwart grundsätzlich nicht verantwortlich fühlt".
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Uangenehm plausibel
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