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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 13.02 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Bruno Preisendörfer

Staatsbildung als Königskunst

Ästhetik und Herrschaft im preußischen Absolutismus

Cover: Staatsbildung als Königskunst

Akademie Verlag, Berlin 2000
ISBN-10 305003503X
ISBN-13 9783050035031
Gebunden, 432 Seiten, 75,67 EUR

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Klappentext

Die expressive Dimension politischen Handelns ist in der Geschichte der Macht verschieden ausgestaltet worden, aber symbolfreies Herrschaftshandeln ist schlechterdings nicht vorstellbar. Der Staat Preußen gilt als nüchternes Gebilde. Die Zeitgenossen und auch die meisten Historiker interessierten sich vor allem für die Rationalität der inneren und die Aggressivität der äußeren Politik. So sind die Geschichte der Verwaltung, die Entwicklung der Bürokratie, der Aufbau des Heeres und der Prozess der Rechtsreform gut dokumentiert. Vom Thema "Ästhetik und Herrschaft" im preußischen Absolutismus lässt sich das nicht behaupten. Dem Autor gelingt in diesem Buch zum erstenmal überhaupt die systematische Darstellung der herrschaftsästhetischen Seite des preußischen Absolutismus.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.08.2001

Enttäuscht zeigt sich Gerd Roellecke von der Studie zur Politik Preußens, insbesondere der Politik Friedrichs II. im achtzehnten Jahrhundert. Sie besteht als beeindruckendes Sittenbild, findet der Rezensent, nicht aber als Analyse der Inszenierung von Macht, der Symbolisierung von Gewaltbereitschaft zur Aufrechterhaltung der Macht, die Preisendörfer "Herrschaftsästhetik" nennt. Das Problem des Autors besteht für Roellecke zunächst darin, dass dieser "zu zeitgenössisch" argumentiert, und zwar vor allem mit zu dicht gesetzten Zitaten von Beteiligten, leider vielfach auch aus zweiter Hand. Damit bleibe das Werk zwar gut lesbar, biete sich aber nicht einmal als "Fundgrube für Absolutismus-Forscher" an. So macht der Text zuweilen den Eindruck einer Collage aus Zitaten auf den Rezensenten, und die aus ihnen abgeleiteten Ergebnisse wirken auf ihn zwangsläufig "weniger abgeleitet als aufgeklebt". Das Hauptproblem aber besteht im Vorhaben selbst, den Schein, die Inszenierung von Macht zur Machterhaltung und -schöpfung darzustellen, ohne den notwendigen Gegenbegriff "Realität" zu klären, meint Roellecke. Folgt man dem Rezensenten, so hat der Autor es sich in der Übernahme von Ansichten der Beteiligten zu leicht gemacht und verbleibt innerhalb des zeitgenössischen Horizonts im Verständnis von Politik, Macht und ihrer Inszenierung.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 31.01.2001

Horst Günther gefällt an diesem Buch besonders, dass der Publizist Preisendörfer hier dem "Wissenschaftler, der sich an Fachkollegen wendet, oft amüsant in die Quere" kommt. Das liegt nach Günther vor allem in der Auswahl und Interpretation der Quellen, etwa wenn der Autor Karl Philipp Moritz zu Wort kommen lässt oder sich mit der Weltfremdheit Friedrich II. beschäftigt, der lieber Flöte spielte als zu regieren. Günther betont, dass sich der Autor seinem Thema in erster Linie als "Ethnologe" nähert, was der Rezensent in mancherlei Hinsicht aufschlussreicher findet als so manche Abhandlung "ausgewiesener Preußenhistoriker". Denn trotz zahlreicher historischer Untersuchungen bleibt Preußen für Günther immer noch ein weitgehend unbekanntes Land, das sich einem wirklichen Erfassen verschließt. Umso lobenswerter findet der Rezensent Preisendörfers recht unkonventionelle Herangehensweise: "ein nachdenkenswertes Buch" lautet sein Fazit.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 23.09.2000

Zufrieden war Kritiker "uha" mit dieser als Buch erschienenen Dissertation, in der "beredt" das Handlungrepertoire der Herrschenden "gesichtet" würde. Der Rezensent läßt uns wissen, dass es hauptsächlich um Repräsentationsformen des Absolutismus geht. Doch schreibt er ansonsten eher wie ein Gutachter und nicht wie ein Kritiker, dazu noch knapp und nicht sehr informativ - weswegen die Kritikerzufriedenheit nicht unbedingt ansteckend wirkt.

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